Erstellt am 11. Juli 2013, 14:35

Lehrer wehren sich gegen mehr Unterricht. Bundeslehrer sollen nicht wie derzeit 20 sondern 22 Wochenstunden unterrichten, statt im großen Stil Dauermehrdienstleistungen zu erbringen, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Rechnungshofbericht.

Lehrervertreter und Oberösterreichs Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer (ÖVP) wehren sich dagegen, die Überstunden als Argument für eine höhere Unterrichtsverpflichtung herzunehmen.

Laut dem RH-Bericht hat die Zahl der Dauermehrdienstleistungen allein zwischen 2008/09 und 2011/12 um zwölf Prozent zugenommen. Im Schuljahr 2011/2012 entsprachen fix eingeplante Überstunden der Arbeit von 5.200 vollbeschäftigten Lehrern.

Aus Enzenhofers Sicht zieht der RH allerdings "unzulässige Vergleiche", die Mehrstunden würden nämlich nur bestimmte Unterrichtsfächer wie Chemie oder technische Mathematik betreffen, sagt er im Ö1-"Mittagsjournal". Auch Paul Kimberger (FCG), Chef der ARGE Lehrer in der GÖD, bestätigt, dass nur in wenigen Bereichen viele Überstunden geleistet würden. Der Schluss des Rechnungshofs, dass Bundeslehrer daher mehr unterrichten sollten, "ist einfach falsch".

Enzenhofer verwies außerdem darauf, dass eine entsprechende Entlohnung notwendig sei, um in diesen Fächern ausreichend qualifiziertes Personal zu finden. Wenn etwa ein 50-jähriger Diplomingenieur als Lehrer unterrichte, brauche er die Überstunden, um auf ein Gehalt zu kommen, das ungefähr seinem normalen Verdienst entspreche. "Auf das können sie (die Lehrer, Anm.) nicht verzichten. Oder wir müssten sie besser bezahlen, das wäre natürlich möglich."

Die Unabhängigen GewerkschafterInnen (ÖLI-UG) wehrten sich ebenfalls gegen die Forderung des Rechnungshofs. "Überstunden sind Überbrückungsmaßnahmen, aber kein Argument für Arbeitszeiterhöhung", betonten sie in einer Aussendung. Immerhin sei "die Bildungs- und Budgetpolitik der letzten 15 Jahre" dafür verantwortlich, dass auch in den kommenden drei bis vier Jahren Junglehrer fehlen würden. Deshalb müssten Überstunden geleistet werden, um trotz Pensionierungen, zunehmender Teilzeitarbeit und immer mehr Burnout-Krankenständen den Schulbetrieb aufrecht zu halten.

Schmied sieht sich unterdessen durch den Rechnungshof naturgemäß in ihren Bemühen um eine höhere Unterrichtsverpflichtung bestätigt. "Das unterstützt die Regierungslinie, dass eine höhere Unterrichtsverpflichtung bei entsprechender Entlohnung durchaus zumutbar ist."