Erstellt am 02. Juli 2014, 09:15

von Wolfgang Millendorfer und Richard Vogler

Wirbel zum Schulschluss. Lehrer und Gewerkschaft ärgert die Zusammenlegung von Direktionen. Landeschef Niessl kritisiert mangelnde Kommunikation. Debatten gibt es auch um Posten.

Gerhard Resch: »Alle Entscheidungen entsprechen dem Gesetz. Die Kandidaten sind die geeignetsten für die Posten.«  |  NOEN, Archiv
Bevor Gerhard Resch als amtsführender Präsident des Landesschulrates im Herbst die Pension antreten kann, gilt es in den kommenden Wochen noch einige Wogen zu glätten. Zu Ferienbeginn taten sich gleich drei Fragen auf, die in Schulkreisen derzeit für Diskussionen sorgen.

„Dafür sorgen, dass das Geld im Klassenzimmer ankommt“

Schauplatz 1 – Schuldirektionen: Wie berichtet, soll es im Burgenland ab September um 27 Schuldirektoren weniger geben. Aufgrund einer Gesetzesänderung können dann einzelne Direktoren gleichzeitig für mehrere Kleinschulen eingesetzt werden. Diese Ankündigung von Resch zog Kritik der Christlichen Gewerkschafter und eine Online-Petition nach sich. Zudem zeigten sich Schulleiter und Lehrer verärgert, dass sie von den Zusammenlegungen aus der BVZ erfahren mussten.

Ebenso wie Resch, verteidigt auch Landeshauptmann Hans Niessl die Maßnahme als sinnvoll: „Damit wird man dem Auftrag gerecht, die Verwaltung effizienter zu gestalten und dafür zu sorgen, dass das Geld im Klassenzimmer ankommt.“ Zugleich kritisiert aber auch Niessl – ebenso wie Landesvize Franz Steindl – die mangelnde Kommunikation.

Als Verantwortlicher nimmt Resch diese Panne auf sich, versichert aber: „Als ich die geplanten Zusammenlegungen bestätigte, war ich der Meinung, dass das bereits kommuniziert worden war.“ Aufgrund eines Krankenstandes im Landesschulrat sei es aber zur „unglücklichen Überschneidung“ gekommen.

Kollegen kritisieren fehlende Unterrichts-Erfahrung von Zitz

Schauplatz 2 – Inspektor-Posten: Für Aufregung im Kollegium sorgt auch die geplante Besetzung des neuen Postens eines zweiten Landesschulinspektors, der – anstelle des Fachinspektors – für technische und gewerbliche Lehranstalten sowie für die Informationstechnologie eingesetzt werden soll.

Wie zu hören ist, steht hier der jetzige Fachinspektor Heinz Josef Zitz, der zuletzt für die SPÖ bei der EU-Wahl antrat, in den Startlöchern. Kollegen kritisieren nun dessen fehlende Unterrichts-Erfahrung im Bereich HTL und HAK. Resch sieht die Anforderungen der Ausschreibung auf Nachfrage der BVZ aber erfüllt. Als einziger Bewerber könnte IT-Experte Zitz bereits mit 1. August den neuen Posten als Landesschulinspektor antreten.

Nichtberücksichtigte HAK-Kandidaten überlegen rechtliche Schritte

Schauplatz 3 – HAK Mattersburg: Um den Posten des Direktors geht es bei einer aktuellen Debatte in Mattersburg, an der einzigen Fußball-HAK des Landes. Fünf Kandidaten hatten sich beworben, mit Andreas Hackstock und Irene Paar schafften es lediglich zwei zum in der Vorwoche abgehaltenen Hearing.

Zumindest zwei der drei Nichtberücksichtigten ziehen nun rechtliche Schritte in Erwägung, da ihnen die Einsicht in die Unterlagen zum Vorauswahlverfahren verwehrt wurde.

Für Personalvertreter Walter Kolonovits ist dies nicht nachvollziehbar. Resch reagiert jedoch gelassen: „Natürlich gibt es die Möglichkeit zur Einsicht – aber erst nach Abschluss des Besetzungsverfahrens.“ In Absprache mit dem Ministerium seien für den Posten ausdrücklich Kandidaten mit Schwerpunkt Sport gesucht worden. So sei es zur Auswahl für das Hearing gekommen.