Erstellt am 21. November 2011, 13:30

Lehrer wollen mehr Durchgriffsrechte. Pflichtschullehrer-Gewerkschafter Paul Kimberger von der VP-nahen Fraktion Christlicher Gewerkschafter will mehr Durchgriffsrechte für Lehrer.

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Eltern von Problemschülern, die nicht mit der Schule kooperieren, soll die Familienbeihilfe eingefroren werden, forderte er am Montag im ORF-Radio. Die Elternvereine weisen diese Forderung strikt zurück.

Anlass der neu aufgeflammten Debatte ist die Fortsetzung eines Prozesses am Montag in Linz: Darin wird einem mittlerweile pensionierten Volksschuldirektor vorgeworfen, einen damals siebenjährigen Schüler mehrmals tätlich angegriffen zu haben. Dessen Eltern haben nun auf Schmerzensgeld geklagt. Die Republik als Dienstgeber argumentiert, der Schüler habe den Direktor provoziert.

"Die Eltern haben meiner Ansicht nach nicht eine Erziehungsberechtigung, sondern eine Erziehungsverpflichtung", begründet Kimberger seine Forderung danach, die Eltern härter an die Kandare zu nehmen. FP-Bildungssprecher Rosenkranz zeigte in einer Aussendung Verständnis, es gehe dabei nicht um eine "veraltete 'Rohrstaberlpädagogik'", sondern um die Herstellung von Disziplin im Unterricht.

Theodor Saverschel, Sprecher der Elternvereine an höheren Schulen, ortet hingegen eine Themenverfehlung. Schließlich fordere er auch nicht Gehaltskürzungen, wenn Lehrer nicht pünktlich die Stunden beginnen oder den Stoff nicht gut vermitteln. Die Familienbeihilfe sei keine Belohnung, sondern Ausgleich für die vor 30 Jahren abgeschaffte Familienbesteuerung. Außerdem sei die Kooperation der Eltern nicht messbar, die Entscheidung, die Beihilfe einzufrieren wäre damit "sehr oft eine subjektive Geschichte".

Auf mehr Zustimmung zumindest vonseiten der Eltern trifft Kimberger mit seinem Wunsch nach Strafen für Schüler, die etwas verunreinigen oder zerstören. "Wer nachweislich etwas kaputt gemacht hat, muss zur Verantwortung gezogen werden", betont auch Saverschel. Sollte der Täter nicht ausgeforscht werden können, kann er sich vorstellen, dass die ganze Klasse im Sinne einer "kollektiven Bewusstseinsbildung" die Schäden behebt.