Erstellt am 03. Oktober 2012, 14:20

Lehrerausbildung: Auch Uni Wien bündelt pädagogisches Angebot. In Zukunft sollen alle Lehrer gemeinsam an einer Institution ausgebildet werden. Ein von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) eingesetzter Entwicklungsrat soll klare Standards für die künftigen Lehrerausbildungsstätten vorgeben.

Mit der Uni Wien bündelt nun auch die größte Hochschule des Landes ihre Lehrerausbildung, um sich für eine künftige gemeinsame Ausbildung aller Pädagogen in Stellung zu bringen. Die Unis in Innsbruck, Salzburg, Graz und Klagenfurt haben bereits die davor mitunter vernachlässigte Lehrerausbildung stärker ins Zentrum gestellt, um ihre Position im Rennen um die Führungsrolle in der reformierten Pädagogenausbildung zu verbessern.

Derzeit werden an den Unis nur Lehrer für die Bundesschulen (AHS, berufsbildende mittlere und höhere Schulen) ausgebildet, während die Pädagogischen Hochschulen (PH) für die Pflichtschullehrer (Volks-, Haupt, Sonder-, Berufs- und Polytechnische Schulen) sowie für fast die gesamte Lehrerfortbildung zuständig sind. Künftig sollen alle Lehrer gemeinsam an einer Institution ausgebildet werden - wer bei künftigen Fusionen oder zumindest engen Kooperationen die Federführung übernehmen soll, ist noch offen.

Die Lösung soll von den regionalen Voraussetzungen abhängen, ein von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) eingesetzter Entwicklungsrat soll klare Standards für die künftigen Lehrerausbildungsstätten vorgeben und auf Basis von Potenzialanalysen zu den jeweiligen Unis und PH die Entwicklung von Verbünden vorantreiben. Die Uni-Rektoren streben jedenfalls - unterstützt vom für die Unis verantwortlichen Wissenschaftsminister - an, in jenen Bundesländern die Führungsrolle zu spielen, in denen es Universitäten gibt.

Bereits im April hat die Uni Innsbruck eine eigenständige Fakultät mit einem Institut für Lehrerbildung und Schulforschung sowie einem Institut für Fachdidaktik eingerichtet. Dort soll nicht nur die fachdidaktische Forschung der 14 Fachdisziplinen angesiedelt sein, sondern auch die Kooperation mit den PH koordiniert werden.

Im Juni folgte dann die Uni Salzburg mit der Bündelung der gesamten Lehrerausbildung der Hochschule an einer "School of Education", an der man sich auch um Lehrerfortbildung kümmern will. In dieser Einheit soll auch ein Doktorandenkolleg für fachdidaktische Dissertationen betreut werden.

Ebenfalls im Juni wurde an der Uni Graz ein Institut für Pädagogische Professionalisierung eingerichtet. Es fungiert als Schnittstelle für schon länger bestehende Kooperationen der Uni mit den beiden steirischen PH etwa in Form "gemeinsamer Hörsäle" in verschiedenen Fächern oder gemeinsamer Doktoratsprogramme. Für 2013 ist außerdem ein eigenes Habilitationsforum für Fachdidaktiker geplant, die Finanzierung muss allerdings erst in den derzeit laufenden Verhandlungen mit dem Wissenschaftsministerium zur Leistungsvereinbarung für die Jahre 2013 bis 2015 sichergestellt werden.

Mit Mitte August wurde an der Uni Klagenfurt eine "School of Education" geschaffen, die als Plattform zur Verknüpfung wissenschaftlicher und praxisnaher Aus-, Fort- und Weiterbildung dienen soll. Dabei soll eng mit der PH Kärnten zusammengearbeitet, die Kooperation mit Schulen verstärkt und gleichzeitig entsprechende Forschungsschwerpunkte gesetzt werden.

Mehrere Universitäten (Unis Wien, Salzburg, Innsbruck, Graz, Linz, Klagenfurt, Donau-Uni Krems) bieten außerdem gemeinsam mit PH Master-Lehrgänge für Mentoring, Kollegiales Lernen und Schulmanagement an. Eigentlich hatte Schmied diese als erste öffentlich-rechtliche Masterprogramme an PH geplant, diese können Master derzeit nur unter dem Titel Fort- und Weiterbildung anbieten. Mangels Einigung auf eine Gesetzesänderung mit Töchterle sind es nun aber doch Lehrgänge in Kooperation mit Unis geworden.