Erstellt am 12. Juni 2012, 14:14

Lehrerdienstrecht: Gewerkschaft warnt vor Bachelor. Die Gewerkschaft fürchtet, dass künftig der Bachelor der Regelabschluss für Lehrer beim Berufseinstieg sein soll. ARGE-Lehrer-Chef Paul Kimberger (FCG) berichtet das jedenfalls von der Verhandlungsrunde zum neuen Dienstrecht und warnt: "Das ist international unüblich, ich halte das nicht für klug."

Angesichts der Vorschläge der Regierung für ein neues Dienstrecht "liegt die Vermutung nahe, dass es auch hier finanzielle Aspekte im Hintergrund gibt. Aber das kann nicht auf Kosten der Lehrer und der Kinder gehen", so Kimberger. Auch Wolfgang Weissengruber, Vertreter der Lehrenden an Pädagogischen Hochschulen (PH) in der Gewerkschaft, glaubt, dass die Idee eines Berufseinstiegs mit Bachelor finanzielle Hintergründe hat. "Wenn Lehrer erst nach dem Berufseinstieg den Master machen, bekommen sie nicht mehr bezahlt. Das ist derzeit schon so, wenn ich den Magister habe und später ein Doktorat abschließe."

Damit würden künftig vor allem die Lehrer an AHS und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), die derzeit dank ihrer längeren Uni-Ausbildung mehr verdienen als Pflichtschullehrer (Volks, Haupt-, Sonder-, Berufs- Polytechnische Schule), billiger werden. Immerhin sollen künftig nicht nur alle Pädagogen auf demselben Niveau ausgebildet werden, sondern auch dasselbe Gehalt beziehen, wobei es für bestimmte Fächer und höhere Schulstufen Zulagen geben soll.

Derzeit brauchen Lehrer an Pflichtschulen für den Berufseinstieg eine dreijährige Ausbildung mit Bachelorabschluss an einer PH, Lehrer an AHS und BMHS ein neunsemestriges Magisterstudium an einer Uni sowie ein einjähriges Unterrichtspraktikum. Die Gewerkschaft fordert jedoch einen Master als Regelabschluss für alle Lehrer. Auch Unterrichtsministerin Schmied hatte ursprünglich dieses Ziel ausgegeben, betonte aber auch, dass ein Berufseinstieg mit Bachelor möglich sei.

Entsprechend dem Konzept der beauftragten Expertengruppe soll jedoch künftig der Berufseinstieg bereits mit dem Bachelor erfolgen und der Master erst berufsbegleitend absolviert werden. Dafür sollen Lehrer fünf Jahre Zeit bekommen; machen sie innerhalb dieser Periode keinen mindestens einjährigen Master, kann der Schulleiter sie, wenn er das will, dennoch weiter anstellen.