Erstellt am 24. September 2013, 11:59

Lehrerdienstrecht: Töchterle sieht Korrekturbedarf. Bei der geplanten Reform des Lehrerdienstrechts "wird über niemanden drübergefahren".

Das betont Wissenschaftsminister Töchterle (ÖVP). Aus seiner Sicht "herrscht noch einiger Korrekturbedarf", als Beispiele wurden die Erstellung einer Arbeitszeitstudie, die Umstellung auf ein Jahresarbeitszeitmodell sowie die zuletzt beschlossene neue Lehrerausbildung mit verpflichtendem Master für alle genannt. Auf einen Zeitrahmen für den Beschluss der Reform wollte sich Töchterle nicht festlegen. "Manche" würden zwar zu Eile drängen, doch Töchterle betonte: "Unter Zeitdruck sollte man es keinesfalls machen." Kritik übte Töchterle auch an der Verhandlungsführung von Beamtenministerin Heinisch-Hosek und Unterrichtsministerin Schmied (beide SPÖ) mit der Gewerkschaft, diese sei zuletzt "nicht sehr zielorientiert und qualitätsbewusst" gewesen.

Die Regierung hatte Mitte August ohne Einigung mit der Gewerkschaft einen Gesetzesentwurf für ein neues Dienstrecht in Begutachtung geschickt, am Mittwoch endet die Frist für Stellungnahmen. Von der Gewerkschaft wird der Entwurf durchwegs abgelehnt, dazu kommen mehrere hundert kritische Stellungnahmen von einzelnen Lehrern und Schulen.

Die Reform soll ab 2019/20 für alle neuen Lehrer gelten und beinhaltet eine Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung von derzeit 20 bis 22 auf 24 Stunden, höhere Anfangsgehälter samt späterer Verflachung der Gehaltskurve, neue Regeln für Zulagen, verpflichtende Fortbildung, Neugestaltung des Berufseinstiegs sowie ein Aus für die Pragmatisierung.

Mehr Autonomie für Pädagogische Hochschulen

Unterdessen möchte Töchterle, dass die Pädagogischen Hochschulen (PH) in den Zuständigkeitsbereich des Wissenschaftsministeriums wandern. Derzeit sind die für die Ausbildung der Pflichtschullehrer zuständigen PH als einzige Hochschulart im Unterrichtsministerium angesiedelt. Töchterle würde den PH außerdem mehr Autonomie geben.

Der Minister setzt auch für die kommende Legislaturperiode auf großteils bekannte Rezepte: Unis sollen Studiengebühren "im sozial verträglichen Rahmen" einheben dürfen und die Studienplätze sollen in überlaufenen Fächern beschränkt werden. Die Fachhochschulen (FH) sollen weiter ausgebaut werden, hier schweben Töchterle 50.000 Plätze vor.