Erstellt am 16. Oktober 2012, 10:25

Lehrgang für Junglehrer-Mentoring startet. Die Reform der Pädagogenausbildung in Österreich sieht vor, dass künftig junge Lehrer beim Einstieg in den Beruf (Induktionsphase) von Mentoren begleitet und unterstützt werden.

 |  NOEN
Die steirischen Pädagogischen Hochschulen (PH), Universität Graz und PH Burgenland haben gemeinsam einen entsprechenden Hochschullehrgang entwickelt. Unter dem Namen "Mentoring: Berufseinstieg qualitätsvoll begleiten" ist er mit Semesterbeginn mit den ersten 28 Teilnehmern angelaufen.

Das berufsbegleitende, sechssemestrige Weiterbildungsangebot mit Masterabschluss richtet sich an Pädagogen aller Schularten mit abgeschlossenem Lehramtsstudium, einem aufrechten schulischen Dienstverhältnis und mindestens fünf Jahren Berufserfahrung, erklärte Andrea Holzinger, für den Lehrgang Verantwortliche in der PH Steiermark, im Gespräch. Mit Abschluss der ersten Ausbaustufe wird der Grad "akademisch geprüfte/r Mentor/Mentorin" verliehen, die zweite Ausbaustufe wird mit einem "Master of Education" abschließen. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten zählen die Beratung bei Planung, Durchführung, Reflexion und Evaluation von Situationen in Unterricht und Erziehung sowie die persönliche Unterstützung in der beruflichen Entwicklung innerhalb der Organisation Schule.

"Die sensible Phase des Berufseinstiegs ist besonders entscheidend für die Herausbildung der professionellen Identität mit allen damit verbundenen Kompetenzfeldern - von der Reflexions- und Diskursfähigkeit bis zur Personal Mastery. Die Mentoren sollen die Herausbildung dieser Identität bei ihren Mentees unterstützen, aber auch umgekehrt dafür sorgen, dass das Innovationspotenzial der Junglehrerinnen und -lehrer von der Schule genützt wird", schilderte Elgrid Messner, Rektorin der PH Steiermark.

Rund 70 Interessenten hätten sich für den ersten Lehrgang, dessen Lehrveranstaltungen abwechselnd in den beteiligten Institutionen stattfinden, angemeldet, 28 wurden ausgewählt, so Holzinger. "Sie sind größtenteils schon jetzt als Praxislehrer in der Begleitung von Studierenden tätig und sollen vor allem als Multiplikatoren an den Schulen und später auch als Vortragende des Hochschullehrganges zum Einsatz kommen."

Das in Abstimmung mit dem BMUKK erarbeitete Angebot ist Teil einer Professionalisierung-Offensive, die eine Höherqualifizierung von Pädagogen durch Masterabschlüsse ermöglichen soll. Für die Finanzierung und Durchführung haben sich die Kooperationspartner in einem Schulterschluss gemeinsam beworben. An der Uni Graz will man zusätzlich Habilitationen im pädagogischen Bereich fördern, ein eigenes Doktoratsstudium zur Fachdidaktik für Lehramtsabsolventen ist ebenfalls geplant.