Erstellt am 12. April 2012, 12:36

Leistbare Betreuung im Pflegebereich gefordert. Pensionistenverband und Arbeiter-Samariterbund fordern leistbare Betreuung im Pflegebereich, differenzierte Pflegeformen und bundesweit einheitliche Standards.

Pensionistenverband-Präsident Blecha und Samariterbund-Präsident Schnabl pochen zudem auf den Ausbau der mobilen, ambulanten, teilstationären und stationären Pflegeeinrichtungen und auf eine bundesweite Abschaffung des Angehörigenregresses.

Der Angehörigenregress ist mit April in Kärnten wieder in Kraft getreten, in der Steiermark war er bereits im Vorjahr wieder eingeführt worden. Zuvor war er in allen Bundesländern abgeschafft worden. Es könne nicht sein, dass "bei Pflegebedürftigen ohne Kinder großteils die Allgemeinheit die Pflegekosten trägt und bei Pflegebedürftigen mit Kindern eben die Kinder zur Kasse gebeten werden", so der Pensionistenverband.

"Damit bei den Pflegebedürftigen auch tatsächlich jene Pflege ankommt, die sie benötigen", schlug Schnabl am Donnerstag vor, Geldleistungen teilweise durch Sachleistungen zu ersetzen. Auf diese sollte jeder Pensionist einen Rechtsanspruch haben, ebenso auf Rehabilitation, damit Pflegefälle verhindert werden können.

Da die Pflegekosten deutlicher gestiegen seien als die Erhöhungen des Pflegegeldes, fordert der Pensionistenverband außerdem eine fixe Indexierung des Pflegegeldes analog der Pensionserhöhung. "Die Finanzierung der Pflege ist völlig ungelöst", meinte Blecha. Zweckgebundene vermögensbezogene Steuern seien "aktuell zwar vom Tisch", er werde diese aber weiterhin zur Finanzierung des Pflegesystems fordern. Schnabl forderte mehr Mittel, die "aus der hoffentlich weiterhin wachsenden Wirtschaft geschöpft" werden sollen.

Pflegebedürftige sollten zwischen der Pflege zu Hause, mobiler Pflege und stationären Einrichtungen wählen können, betonte Blecha. Dazu müsse vor allem auch der ambulante Bereich ausgebaut werden. Dem Personalmangel solle durch eine Aufwertung des Pflegeberufes entgegengewirkt werden.