Erstellt am 23. Juli 2012, 10:33

Leitl für gemeinsame Schule. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl (V) tritt erneut für eine von der VP-Spitze abgelehnte gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen ein.

Umgekehrt sollten beispielsweise die von der SPÖ bekämpften Studiengebühren eingeführt werden, so Leitl im "Kurier" (Montag-Ausgabe). "Es müsste die Bundesregierung von der obersten Spitze weg die Eckpunkte nennen und gemeinsam mit Tabus, die durch nichts mehr haltbar sind, brechen."

Die Wirtschaftskammer und Leitl haben bereits mehrfach für eine gemeinsame Schule plädiert. Im "Kurier" sah er die "Notwendigkeit einer differenzierten, gemeinsamen Schule aller Zehn- bis 14-Jährigen. Es müssten die Pflichtschul-Typen langfristig zusammengeführt werden. Am Ende hätten wir - wenn sie so wollen - eine Schule für alle Sechs- bis 14-Jährigen."

Gleichzeitig will Leitl die Lehre attraktiver machen. Jedem, der eine duale Ausbildung beginne, sollten alle Wege nach oben offenstehen. "Man soll mit 19 den Zugang zur Universität, zur Fachhochschule oder zu Berufsakademien haben." Für diejenigen, die nach der Schule nichts mehr machen, brauche es Coaching-Programme.

Die Gesamtschul-Diskussion ist zuletzt wieder aktuell geworden, nachdem eine von VP-Chef Michael Spindelegger eingesetzte Expertengruppe mit vor allem Wirtschaftsvertretern in einem Papier an einer Stelle Sympathien für eine gemeinsame Schule geäußert hatte. Die VP-Spitze hatte daraufhin von einer "Rohfassung" gesprochen.