Erstellt am 18. Juli 2011, 12:42

Litauische Protestnote und Geschichtsbuch überreicht. Die angekündigte Protestnote Litauens wegen der raschen Freilassung des vergangenen Donnerstag am Wiener Flughafen kurzfristig festgenommenen Ex-KGB-Offiziers Mikhail G. ist am Montag dem derzeitigen österreichischen Geschäftsträger in Vilnius, Botschaftsrat Josef Sigmund, überreicht worden.

Protesters hold Lithuanian flags as they rally near President Rolandas Paksas' office in Vilnius, Lithuania, Wednesday, Nov. 26, 2003. Demonstrators demanded President Paksas' resignation amid allegations that he has ties with organized crime. (AP Photo/Mindaugas Kulbis)  |  NOEN, MINDAUGAS KULBIS (AP)
Sigmund habe außer dem diplomatischen Protest auch ein Buch über die "Ereignisse des 13. Jänner" 1991 aus litauischer Sicht überreicht bekommen, meldete die baltische Nachrichtenagentur BNS. Laut Angaben der Österreichischen Botschaft befindet sich Botschafter Helmut Koller derzeit auf Urlaub. Unterdessen zieht die Affäre um die Freilassung des von Litauen für das Blutbad beim Vilniuser Fernsehturm in der Nacht auf den 13. Jänner verantwortlich gemachten ehemaligen Sowjet-Kommandanten weitere diplomatische Kreise. Während sich Außenminister Michael Spindelegger am Montag auf den Standpunkt stellte, es handle sich um eine reine Angelegenheit der Justiz, sich gleichzeitig aber auch gegenüber seinem Amtskollegen Audronius Azubalis erneut gesprächsbereit zeigte, kündigte die litauische Parlamentspräsidentin Irena Degutiene an, das Europaparlament mit der Angelegenheit befassen zu wollen. Degutiene sagte in einer Aussendung am Montag, sie wolle EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek und die Europaabgeordneten fragen, "ob die EU immer noch durch ein gemeinsames Konzept der Gerechtigkeit verbunden" sei, oder ob verschiedene Rechtsregeln für verschiedene EU-Mitglieder gälten, nach Österreichs "verwegener Ohrfeige" für Litauen.