Erstellt am 21. Dezember 2011, 00:00

„Manche haben hier geheiratet“. SOLDATEN-ABZUG / Mit einem Festakt ging der Assistenzeinsatz zu Ende. Im Gespräch mit der BVZ blickt Oberst Gerhard Petermann auf die vergangenen 21 Jahre zurück.

Antritt zum Abschied: Landeshauptmann Hans Niessl, Verteidigungsminister Norbert Darabos (vorne, v.l.) und Generalstabschef Edmund En-tacher (l.) beim Assistenzeinsatz-Festakt in Eisenstadt.  |  NOEN, HAFNER

VON WOLFGANG MILLENDORFER

Auch für Gerhard Petermann endete in der Vorwoche eine Ära: In Vertretung von Militärkommandant Johann Luif, der derzeit einen Einsatz im Kosovo leitet (siehe Seite 3), verabschiedete er nach 21 Jahren die letzten Assistenzsoldaten des Landes.

Abseits der Dankesworte ranghoher Militärs und zahlreicher Politiker bleibt für Oberst Petermann das Zwischenmenschliche des Einsatzes in Erinnerung: „Wie die Soldaten von der Bevölkerung aufgenommen wurden – da wurden Kontakte zwischen den Bundesländern geknüpft, die bis heute halten.“

„Berge von Mehlspeisen“  für die Assistenzsoldaten

Geknüpft wurden sie vor allem auch in der Weihnachtszeit, wenn man die Grenzsoldaten mit Bergen von Mehlspeisen versorgte. Einladungen zu Festen und Hochzeiten wurden ausgesprochen – „und manche haben dann selbst hier geheiratet und sind im Burgenland geblieben“.

Als der Assistenzeinsatz trotz des Falls der Schengengrenze weiterging und die Politik über dessen Kosten diskutierte, wurde alles anders. Dabei war der Einsatz „im Hinterland“ für Petermann ebenfalls ein wirksamer: „Man muss sich immer fragen: Was ist die Sicherheit wert? Da wurden ja auch Leben gerettet.“ Von Anfang an war der Militärkommandant – der nur einen Tag vor dem Soldaten-Abschied Geburtstag feierte und dessen Steckenpferd der Fußball ist (als einer der Obmänner des SV St. Margarethen) – beim Assistenzeinsatz quasi an „vorderster Front“ dabei; ein Blick zurück, nicht ganz ohne Wehmut.

Wie es jetzt beim Heer weitergeht? „Da kann man nur abwarten, was die Zukunft bringt. Das muss die Politik entscheiden …“