Erstellt am 27. Juli 2012, 21:27

Martinz entschuldigte sich bei ÖVP-Mitgliedern. Der ehemalige Kärntner ÖVP-Obmann Martinz, der die Involvierung in Korruptionsgeschäfte zugegeben hat, hat sich via E-Mail bei Parteikollegen entschuldigt. Das Geld sei für die Finanzierung des damaligen Wahlkampfes gedacht gewesen, heißt es in dem internen Schreiben, das der APA vorliegt. Es ist an die "Stützen der ÖVP Kärnten" gerichtet, also an Parteimitglieder, Funktionäre und Mitarbeiter.

"Mir ist bewusst, dass ich Ihre Wut, Ihre Niedergeschlagenheit, Ihre Fassungslosigkeit mit diesem Schreiben nicht aus der Welt schaffen kann", so Martinz. "Ich möchte Sie alle um Verzeihung bitten in der Hoffnung, dass Sie meine Beweggründe für mein völlig falsches Vorgehen wenn schon nicht verstehen können, aber doch sehen, dass ich nie böse Absichten verfolgt habe, oder gar der ÖVP Kärnten Schaden zufügen wollte", meint Martinz darin. "Schon gar nicht war es meine Absicht, das Vertrauen, das Sie alle mir in den letzten Jahren zum Teil bedingungslos entgegen gebracht haben, so zu erschüttern."

"Was ich getan habe, habe ich nicht getan, um mich zu bereichern", so der ehemalige ÖVP-Kärnten Chef weiter. "Was ich getan habe, habe ich nicht getan aus Gier. Was ich getan habe, entstand unter dem unsäglichen Druck, die Finanzen der Kärntner Landespartei nur irgend möglich zu sanieren." Es sei unverzeihlich, "dass ich dafür diesen Weg gewählt habe, dass ich mich von einem System habe verführen lassen. In dieser Sekunde habe ich leider in keiner Weise an die fürchterlichen Folgen für die Kärntner ÖVP, für meine Familie, nicht einmal an die Folgen für mich selbst, gedacht".

Unterdessen hat die krisengebeutelte Kärntner ÖVP in einer Sondersitzung des Kärntner Landtages die Überprüfung ihrer eigenen Parteifinanzen durch den Landesrechnungshof gefordert. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Bereits am Donnerstag hatte Neo-Parteichef Gabriel Obernosterer in der Parteizentrale den Computer, auf dem die Finanzströme der Partei gespeichert worden sind, verplomben lassen. "Ich will einen sauberen Schnitt", sagte Obernosterer am Rande der Sitzung zur APA.