Erstellt am 26. September 2011, 08:53

Massive Griechenland-Entschuldung unausweichlich?. Bei der Jahrestagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) in Washington ist hinter den Kulissen auch am Hilfspaket für Griechenland gearbeitet worden.

Banken rechnen mit einer Entschuldung bis Jahresende. Aus Sicht von Herbert Stepic etwa, Chef der Raiffeisen Bank International (RBI), ist ein "massiver" Hellas-Haircut von mindestens 50 Prozent unausweichlich.

"Ich glaube, dass wir von einem Haircut Griechenlands nicht mehr wegkommen, verbunden mit Lösungen, die eine Nachahmung für andere Länder wenig attraktiv machen", sagte er am Rande der Tagung zum Ö1-Morgenjournal. Gefragt nach der erforderlichen Größenordnung der Entschuldung meinte er: "Es muss ein massiver Cut sein." Experten meinten, dass es mindestens 50 Prozent sein müssten - "dem würde ich mich anschließen".

Unterdessen dürfte die nächste Milliardenzahlung aus dem Griechenland-Hilfspaket der Europäer und des IWF nach Einschätzung des deutschen Finanzstaatssekretärs Jörg Asmussen vermutlich weiter auf sich warten lassen. Angesichts der Verzögerungen bei der Prüfaktion der Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission "sehe ich nicht, dass die anstehende Eurogruppe auf ihrer Sitzung am 3. Oktober über die sechste Trance entscheiden wird", sagte der aussichtsreiche Kandidat für den Posten des EZB-Chefvolkswirts am Sonntag am Rande der IWF-Jahrestagung in Washington.

Er machte noch einmal deutlich, dass durchaus noch nicht gesichert ist, dass diese Milliardengelder am Ende auch tatsächlich fließen werden. "Solidarität ist keine Einbahnstraße", mahnte Asmussen. Die europäischen Partner und der IWF hätten dem Land nur unter der Bedingung Finanzhilfen zugesagt, dass es Anpassungen in der Wirtschafts- und Finanzpolitik vornehme. Entscheidend sei nun, was die Troika-Mission zur Einhaltung dieser griechischen Zusagen befinde.