Erstellt am 30. September 2011, 13:28

Medizin-Qutoenregelung bis 2016 verlängert. Österreich kann seine Medizin-Quotenregelung mit Zugangsbeschränkungen für Studenten aus dem Ausland nach Worten von Wissenschaftsminister Töchterle aller Voraussicht nach bis 2016 verlängern.

"Wir haben die Signale direkt von Herrn (Kommissionspräsident Jose Manuel) Barroso, dass dieses Moratorium weiter läuft", sagte Töchterle am Freitag am Rande eines Forschungsministerrates in Brüssel.

Auf die Frage, wie lang das 2012 laufende EU-Moratorium verlängert würde, sagte Töchterle, zunächst "einmal bis 2016". "Wir haben ein paar Jahre zusätzlich herausholen können mit dem Hinweis darauf, dass wir länger brauchen, um die Auswirkungen auf die Abschlüsse im Medizinstudium abschätzen zu können", sagte der Wissenschaftsminister. Die Abschätzung dauere länger wegen der Umsetzung neuer Studien und wegen der Studiendauer. "Das hat eingeleuchtet in der EU", sagte Töchterle. Die Verlängerung betrifft demnach Medizin und alle Studien, bei denen Österreich eine Quotenregelung mit der Versorgungssicherheit begründet habe.

Die 2006 in den Fächern Human- und Zahnmedizin eingeführte Quotenregelung ist im österreichischen Universitätsgesetz geregelt. Demnach sind 75 Prozent der Studienplätze für Inhaber österreichischer Reifezeugnisse reserviert, 20 Prozent für EU-Bürger und fünf Prozent für Nicht-EU-Bürger. Diese Bestimmung ist demnach bis 2016 in Kraft, hieß es ergänzend aus dem Ministerium.

Töchterle betonte, Deutschland habe bisher klar erkennen lassen, dass es nicht zur Finanzierung des österreichischen Universitätssystems beitragen werde, doch gebe es dennoch ein geändertes Bewusstsein in Europa. "Man weiß, dass es asymmetrische Mobilität gibt."Österreich habe das Thema auf die Agenda der polnischen EU-Ratspräsidentschaft gebracht. Polen treibe dies voran, es werde aber einige Zeit dauern, bis daraus konkret Konsequenzen folgten, sagte der Minister.