Erstellt am 30. September 2016, 12:59

Darabos für Ende der Zugangsbeschränkungen. Burgenlands Gesundheitslandesrat Norbert Darabos tritt für eine Abschaffung der Zugangsbeschränkungen zum Medizinstudium ein.

Landesrat Norbert Darabos  |  Millendorfer

Die sei nötig, damit der Zugang "weniger diskriminierend als jetzt gewährleistet werden kann", sagte Darabos am Freitag in Eisenstadt vor Journalisten. Der Landesrat warnte vor einem Ärztemangel, falls man nicht gegensteuere.

Von Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) fordert Darabos, die Anzahl der Studienplätze aufzustocken und auf EU-Ebene eine Verlängerung der Quotenregelung sicherzustellen. Der Landesrat kündigte für die nächsten Landtagssitzung einen entsprechenden Entschließungsantrag der SPÖ an.

Nach seinen Vorstellungen gefragt, meinte Darabos, die Zahl der Studienplätze in Österreich solle "um mindestens 1.000" aufgestockt werden. Es werde vielleicht ein "Aufheulen" des Finanzministers geben, "aber es ist wichtig, dass wir hier auch handeln". Derzeit gebe es aus seiner Sicht zu wenig Studienplätze.

Warnung vor Ärztemangel

Aus Gesprächen mit der Ärztekammer wisse man, dass im Bereich der niedergelassenen Ärzte "eine sehr starke Pensionierungswelle" auf das Burgenland zukomme. Man gehe davon aus, dass in den nächsten fünf Jahren ein Drittel der 234 in Gemeinden beschäftigten Allgemeinmediziner in Pension gehen werden.

Die Einführung der Aufnahmetests für das Medizinstudium habe zu einer Beschränkung der Anzahl der auszubildenden Ärzte geführt, argumentierte Darabos. Aufgrund der Beschränkungen gebe es einen Engpass.

Viele der fertig ausgebildete Ärzte würden lieber in Deutschland arbeiten: "Die Bezahlung ist etwas besser, die nachfolgende Ausbildung etwas weniger komplex". Die Forderung nach einer Abschaffung des Wahlarztsystems lehne er ab. Es brauche insgesamt eine intensivere Kooperation zwischen den einzelnen Bereichen.

Probleme bei Nachbesetzung von Facharztstellen

Die Ausbildung an den Universitäten werde vom Steuerzahler finanziert. Sollten Ärzte nach dieser Ausbildung zum Beispiel im Ausland praktizieren oder lediglich eine Privatordination betreiben, sollte es "die Möglichkeit geben, dass die Republik auch die Ausbildungskosten der Ärzte zurückfordert", schlug Darabos vor.

Bereits jetzt gebe es im Burgenland zum Teil Probleme, etwa bei der Nachbesetzung von Facharztstellen in Jennersdorf. In Großpetersdorf habe schließlich ein Mediziner aus Oberösterreich die verwaiste Praxis eines Allgemeinmediziners übernommen.

Im Bereich der Krankenanstalten hingegen gebe es im Burgenland heuer im Vergleich zum Vorjahr 30 Ärzte mehr. "Wir könnten noch 70 Stellen besetzen", fügte Darabos hinzu.