Erstellt am 09. September 2011, 09:31

Mehr Affären und Korruption in Österreich?. Affären und Korruption haben nach Ansicht von 82 Prozent der Österreicher stark bzw. eher zugenommen. ÖVP, FPÖ und FPK gelten als am stärksten verwickelt. 81 Prozent glauben, dass der frühere Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) mehr gewusst hat, als er zugibt. Das geht aus einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts market hervor, deren Ergebnisse am Freitag veröffentlicht wurden.

market hat am Mittwoch und Donnerstag 400 repräsentativ für die Bevölkerung ab 16 Jahren ausgewählte Personen online befragt. Dabei erklärten 38 Prozent, dass Affären und Korruption in Österreich über einen längeren Zeitraum hinweg stark zugenommen haben. 44 Prozent antworteten mit "eher". 15 Prozent sind der Meinung, dass sich nichts geändert hat. Nur ein Prozent glaubt an eine leichte Abnahme der Vorfälle.

57 Prozent gaben an, dass alle Parteien gleich stark verwickelt sind. In Niederösterreich, Wien und dem Burgenland liegt der Wert mit 71 Prozent am höchsten. 41 Prozent sind nicht der Ansicht, dass alle politischen Gruppierungen im selben Ausmaß betroffen sind. In Westösterreich hat diese Gruppe mit 54 Prozent den größten Anteil. 89 Prozent sind der Meinung, dass die ÖVP stark bzw. etwas in Affären und Korruptionsfälle verwickelt ist. Im Fall von FPÖ und FPK sind es 80 Prozent, bei der SPÖ 77, beim BZÖ 76 Prozent. Grüne, KPÖ und Liberales Forum, die alle noch nie an einer Bundesregierung beteiligt waren, kamen auf 33, 28 und 26 Prozent.

81 Prozent denken, dass Schüssel über einige der bekanntgewordenen Unregelmäßigkeiten mehr gewusst hat, als er zugibt. Nur zehn Prozent glauben, dass er nicht mehr gewusst hat. Nur 36 Prozent gehen davon aus, dass ein echtes Interesse an einer Aufklärung besteht. 52 Prozent meinen, dass man Affären versanden lässt.