Erstellt am 23. Juni 2013, 09:25

Mehr Frauen in den Landesparlamenten. Durch die Landtagswahl ist der Anteil nun auf knapp über 30 Prozent angestiegen. Nun gibt es zwei Landtagspräsidentinnen, jedoch eine Landeshauptfrau mehr.

Am Mittwoch konstituiert sich im Sitzungssaal des Landhauses Niederösterreichs neuer Landtag. Erich Marschik  |  NOEN, Erich Marschik
Wien - Die vier Landtagswahlen im Frühjahr haben dafür gesorgt, dass in den Landesparlamenten nun etwas mehr Frauen - genau sind es um neun mehr - sitzen. Mit Vorarlberg und seit vergangener Woche auch Salzburg haben zwei Frauen das Präsidentenamt inne, beide gehören der ÖVP an. Die Salzburg-Wahl führte allerdings auch dazu, dass unter den neun Landeshauptleuten keine einzige Landeschefin mehr zu finden ist.

Kärnten, Niederösterreich, Tirol und zuletzt Salzburg haben in den vergangenen Wochen gewählt und mehr Frauen in ihre Landtage gebracht, das geht aus einer Untersuchung von Werner Zögernitz, Leiter des Instituts für Parlamentarismus, hervor . Österreichweit sitzen 448 Mandatare in Landtagen. Waren davor 134 von ihnen Frauen (29,9 Prozent), so liegt dieser Wert jetzt bei 143 (31,9 Prozent). Der Frauenanteil ist damit etwas höher als im Nationalrat, wo er sogar nur 28,4 Prozent (52 von 183 Abgeordneten) beträgt.

In Zahlen die meisten Landtagsmandatarinnen stellt die SPÖ mit 56 der 143, gefolgt von der ÖVP mit 45, den Grünen mit 20 und der FPÖ mit 14. Den niedrigsten Frauenanteil weist der burgenländische Landtag auf, wo nur sieben der 36 Abgeordneten weiblich sind, also nicht einmal ein Fünftel (19,4 Prozent). Rund ein Drittel Frauen gibt es in den Landtagen Wiens, Vorarlbergs, Tirols und der Steiermark. Über 40 Prozent sind es nur in Oberösterreich (42,9) und Salzburg (41,7). Im recht großen oberösterreichischen Landtag (56 Abgeordnete) sitzen 24 Frauen, darunter zwölf Frauen der 28 ÖVP- und sieben der 14 SPÖ-Abgeordneten. Im gleich großen niederösterreichischen sind es nur 13 Frauen (drei davon von ÖVP, fünf von SPÖ).

Die Landesregierungen verfügen insgesamt über 72 Mitglieder. Aufgrund der Landtagswahlen ist erstmals genau ein Drittel davon weiblich (24). Je neun von ihnen gehören ÖVP und SPÖ an, fünf den Grünen und eine dem Team Stronach. Den geringsten Frauenanteil hat die oberösterreichische Landesregierung zu verzeichnen, wo sich unter den neun Vertretern nur eine Frau findet (11,1 Prozent), den höchsten Wien, wo Frauen sogar in der Mehrzahl sind (fünf von neun amtsführenden Regierungsmitgliedern). In den Bundesländern, in denen jüngst gewählt wurde, beträgt der Frauenanteil in den Regierungen 28,6 Prozent in Kärnten und in Salzburg (zwei von sieben), 44,4 Prozent in Niederösterreich (vier von neun) und genau die Hälfte in Tirol (vier von acht).

Die Bundesregierung ist zu 42,9 Prozent weiblich besetzt. Unter Einbeziehung der vier Staatssekretäre sinkt der Wert allerdings auf ein Drittel. Die österreichische Delegation im EU-Parlament ist zu 31,6 Prozent weiblich, der Anteil der Frauen im Bundesrat liegt bei 29 Prozent.

Mitte Juni hatten 126 Frauen ein Bürgermeisteramt inne, das sind 5,4 Prozent der 2.354 Gemeinden. Den höchsten Anteil hat hier Niederösterreich mit 7,3 Prozent, den geringsten Kärnten mit 2,3 Prozent. Eine Landeshauptstadt - Innsbruck - wird von einer Frau geführt. Der überwiegende Teil der Ortschefinnen ist in kleinen Kommunen anzutreffen.