Erstellt am 07. Juli 2011, 17:25

Mehr Geld für Kinder- und Schülerbetreuung. Der Nationalrat hat Donnerstag neue Fördermittel für Kindergärten und Tagesbetreuungsplätze an Schulen freigemacht. Der Bund wird demnach auch in den Jahren 2011/12 und 2012/13 jeweils 70 Mio. Euro für das verpflichtende Kindergartenjahr bereitstellen, um den Gemeinden anfallende Mehrkosten abzudecken.

Dagegen stimmten die Freiheitlichen, weil sie Zwang beim Kindergartenbesuch ablehnen.

Wer wie viel bekommt, hängt vom Anteil der 5-jährigen Kinder im jeweiligen Bundesland ab. Da der Finanzausgleich um ein Jahr verlängert wird, sollen auch für das Jahr 2013/2014 entsprechende Mittel im Finanzrahmen berücksichtigt werden.

Vorangetrieben wird der Ausbau der Ganztagesbetreuung bei Schülern. Mittels Bund/Länder-Vereinbarung verpflichtete sich der Bund, Mittel in Höhe von 80 Mio. pro Jahr bis inklusive 2014 aufzubringen. Für die Eröffnung einer Gruppe sollen an den Pflichtschulen künftig nur noch zwölf statt bisher 15 Anmeldungen nötig sein. An der AHS-Unterstufe bleibt es bei zehn Kindern. Gruppen können auch standortübergreifend gebildet werden. Sichergestellt sein muss eine Betreuung bis 16 Uhr. Ziel ist es, dass bis 2015 an der Hälfte aller Schulen Nachmittagsbetreuung angeboten wird.

Geschaffen wird zudem das Berufsbild eines Freizeitpädagogen, der ohne universitäre Ausbildung nach einem einjährigen Ausbildungslehrgang an den Pädagogischen Hochschulen als Tagesbetreuer tätig werden kann. Die Grünen lehnten das als absolute Fehlentwicklung ab. Man schaffe so Lehrkräfte, die den Kindern nicht einmal bei der Hausübung helfen dürften. Alle anderen Fraktionen gaben dem Gesetz ihre Zustimmung.