Erstellt am 10. Mai 2013, 11:59

Mehr Unterstützung für pflegende Kinder. Sozialminister Hundstorfer hat vermehrte Unterstützung von minderjährigen Kindern, die ihre Eltern oder Angehörigen pflegen, angekündigt.

Vor allem sollen diese vermehrt über bereits bestehende Unterstützungs-Angebote informiert werden. Genützt werden sollen dazu die Pflege-Hausbesuche, die es jährlich ohnehin gibt, kündigte der Ressortchef im Ö1-"Morgenjournal" am Freitag an.

Von rund 440.000 Pflegegeldbeziehern würden 20.000 zur sogenannten Qualitätskontrolle zu Hause besucht. Wenn unter diesen besuchten Personen Kinder und Jugendliche sind, werde man ihnen gewisse Unterstützung anbieten, so Hundstorfer.

Info-Kampagne zur Ersatzkräfte-Nutzung geplant

Ein Beispiel: Kindern soll etwa die "Auszeit" von der Pflege näher gebracht werden. Damit sie etwa auf Schulskikurs mitfahren können, ohne sich Sorgen um Mutter oder Vater machen zu müssen, wird bis zu vier Wochen pro Jahr eine Ersatzkraft gefördert. "Dieser Zugang steht bereits seit vielen Jahren offen, aber wir sind draufgekommen, dass hier sehr großes Informationsdefizit besteht." Mittels Info-Kampagne soll dieses Defizit nun abgebaut werden.

Zur Frage, wie den Betroffenen am besten geholfen werden kann, läuft derzeit auch eine weitere Studie. Erste Ergebnisse werden im Herbst veröffentlicht.

Laut einer Studie des Instituts für Pflegewissenschaften der Universität Wien pflegen etwa 42.700 Minderjährige regelmäßig chronisch kranke Familienmitglieder (das sind rund 3,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen fünf und 18 Jahren). Das durchschnittliche Alter der pflegenden Kinder beträgt demnach 12,5 Jahre. Knapp 70 Prozent davon sind weiblich.