Erstellt am 17. Juni 2011, 11:13

Mehrheit sieht weiterhin Reformbedarf an Schulen. Kleinere Klassen, mehr Ganztagsangebote und einheitliche Bildungsstandards am Ende der Volksschule und der 8. Schulstufe - laut einer repräsentativen Ifes-Studie im Auftrag des Unterrichtsministeriums treten zwischen 80 und 90 Prozent der Befragten für die Weiterführung dieser Reformen ein.

Gesehen wird "nach wie vor ein sehr großer Reformbedarf an den Schulen", fasst Ifes die Ergebnisse zusammen.

Vergleichsweise geringer ist die Zustimmung zum jüngst präsentierten Modell eines Kurssystems in der Oberstufe, das einer Abschaffung des Sitzenbleibens nahe kommt: Laut der Ifes-Umfrage stehen 69 Prozent der Befragten hinter dieser Maßnahme - allerdings war zum Befragungszeitpunkt im Mai noch nicht klar, wie das Modell konkret aussehen soll. Am größten ist die Zustimmung dabei unter den Schülern (82), geringer unter den Eltern (75 Prozent) und Lehrern (73 Prozent).

Sieht die Ifes-Studie immerhin eine Zustimmung von zwei Drittel der Österreicher, ist laut ebenfalls am Freitag veröffentlichten OGM-Befragungen im Auftrag des "Kurier" bzw. der Gratiszeitung "Heute" mit unterschiedlichen Fragestellungen hingegen nicht einmal die Hälfte dafür, dass Oberstufenschüler auch noch mit drei Fünfern aufsteigen können.

Ein differenziertes Bild zeigt sich auch bei der Frage der Sprachkurse: 86 Prozent wollen mehr Deutschförderkurse für Kinder mit Migrationshintergrund, 92 Prozent auch für Kinder mit österreichischen Wurzeln, die Sprachdefizite haben. Mehr muttersprachlichen Unterricht für Kinder aus Migrantenfamilien befürworten hingegen nur 42 Prozent. Dabei sind 69 Prozent der Schüler für ein solches Angebot, aber nur 48 Prozent der Eltern und 42 Prozent der Lehrer.