Erstellt am 12. Juli 2011, 10:59

Migrantenanteil in Sonderschule am größten. Die Sonderschulen sind in Österreich nach wie vor die Schulform mit dem höchsten Migrantenanteil: 27,8 Prozent der Sonderschüler hatten 2009/10 eine nichtdeutsche Umgangssprache, ein exakt gleich hoher Anteil wie 2008/09. Begründet wird dies in der nun erschienenen Publikation "migration & integration" für 2011 damit, dass Deutschkenntnisse bei Migranten oft den Schultyp bestimmen.

"Schüler, die zum Zeitpunkt der Schuleinschreibung im Alltag kein Deutsch sprechen, sind daher oft gezwungen, ihre Ausbildung statt in einer Volksschule an einer Sonderschule zu beginnen." Mit 27,5 Prozent ist auch in den Neuen Mittelschulen (NMS) der Migrantenanteil sehr hoch. 2008/09 waren es noch 24,2.

2009/10 haben insgesamt 16.848 Schüler eine NMS besucht, 4.631 davon sprechen zu Hause nicht deutsch. Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache stellen damit in den NMS nicht nur einen deutlich höheren Anteil als unter den Schülern der AHS-Unterstufe (15,2 Prozent oder 17.383 von 114.693 Schülern), sondern sind im Verhältnis auch stärker vertreten als an den Hauptschulen (20,9 Prozent oder 45.363 von 217.338 Schülern).

An den AHS (14,1 Prozent) und Berufsbildenden höheren Schulen (11,7 Prozent) ist der Anteil an Schülern mit nichtdeutscher Muttersprache laut Bericht zwar im Vergleich zu jenem in Haupt-, Sonder-, Polytechnischen und berufsbildenden mittleren Schulen "weit unter dem Durchschnitt", allerdings ist in beiden Schultypen ein Zuwachs zu verzeichnen.

Große Unterschiede zwischen Schülern mit deutscher und nichtdeutscher Muttersprache zeigt die Publikation bei Schulabbruch und Klassenwiederholungen: Von den nichtdeutschsprachigen Schülern, die 2008/09 eine vierte Klasse Hauptschule besucht haben, haben 13,9 Prozent ihre Ausbildung danach nicht weiter fortgesetzt, unter den deutschsprachigen Hauptschulabgängern waren es nur 4,3 Prozent.