Erstellt am 31. August 2011, 10:03

Migrantinnen haben niedrige Erwerbsquote. Zu Jahresbeginn 2011 haben in Österreich 753.200 Frauen ausländischer Herkunft gelebt. Migrantinnen weisen eine niedrigere Erwerbsquote und eine höhere Arbeitslosenquote als Österreicherinnen auf. Dies geht aus einer Publikation des Integrationsfonds und der Statistik Austria hervor. Integrationsstaatssekretär Kurz erhofft sich Impulse durch einen AMS-Migrantenindex und das Gesetz dazu noch heuer.

Mit dem Index soll neben der bereits bestehenden Erfassung von Geschlecht, Alter und Staatsbürgerschaft auch zwischen Staatsbürgern mit und ohne Migrationshintergrund unterschieden werden. Ziel sei es, Menschen mit Migrationshintergrund beim Arbeitsmarktservice besser betreuen und gezielter fördern zu können.

43 Prozent der Frauen ausländischer Herkunft stammten aus EU-/EWR-Staaten oder der Schweiz, 57 Prozent waren Drittstaatsangehörige. Die meisten kommen aus Deutschland (118.100). Frauen mit Migrationshintergrund waren laut Studie 2010 seltener erwerbstätig als Österreicherinnen, besonders Türkinnen standen seltener im Erwerbsleben. Während die Erwerbstätigkeit bei Inländerinnen bei 68 Prozent lag, betrug sie bei Frauen mit Migrationshintergrund 59 Prozent.

Frauen ausländischer Staatsangehörigkeit sind in den höchsten und niedrigsten Bildungsschichten überproportional vertreten, während Österreicherinnen häufig über einen Abschluss auf der mittleren Bildungsebene verfügen. So stieg etwa der Anteil der Frauen mit Uni-Abschluss bei den Österreicherinnen von 1,3 Prozent (1971) auf knapp 15 Prozent (2010). Bei den Ausländerinnen stieg der Anteil der Akademikerinnen von 3,4 Prozent auf rund 20 Prozent. Andererseits ist auch der Anteil nicht-deutschsprachiger Schülerinnen an Sonderschulen mit knapp 30 Prozent sehr hoch.

Unterschiede sind übrigens auch im Bereich Familie festzustellen. Während Österreicherinnen 2010 bei der Eheschließung im Schnitt 30 Jahre alt waren, heirateten Frauen aus dem ehemaligen Jugoslawien mit 24 Jahren, Türkinnen mit 22 Jahren. Inländerinnen bekamen durchschnittlich 1,3 Kinder, Ausländerinnen brachten 2,0 Kinder zur Welt.