Erstellt am 05. Juni 2013, 12:01

Migrantinnen in Schule und Beruf oft benachteiligt. Frauen mit Migrationshintergrund sind in Österreich in vielen Bereichen des Lebens, etwa in der Schule oder im Beruf, benachteiligt. Das ist das Ergebnis einer SPÖ-Enquete zum Thema "Integration unter dem Frauenaspekt".

SPÖ-Frauenvorsitzende Heinisch-Hosek erklärte dabei: "Zusammenleben kann man nicht per Gesetz herstellen. Das muss man sich erarbeiten", beide Seiten seien gefordert.

"Schulmanagement und Bildungsplaner müssen sich damit auseinandersetzen"

In Zukunft sei aufgrund laufender Migrationsströme viel stärker mit vielsprachigen, multikulturellen Schulklassen zu rechnen: "Unsere Lehrerschaft muss dazu ausgebildet werden, das Schulmanagement und die Bildungsplaner müssen sich damit auseinandersetzen", so Gudrun Biffl, Leiterin des Departments Migration und Globalisierung an der Donau-Universität Krems. Sie kritisierte, dass das Österreichische Bildungswesen derzeit institutionalisiert diskriminiert, es gebe eine Ungleichbehandlung zwischen Mädchen und Burschen in der Schule.

Positiv hob Biffl hervor, dass in Österreich fast alle Berufe über Kollektivverträge geregelt sind: "So bekommen Migranten zumindest die Mindeststandards." In Österreich gebe es daher geringe Lohnunterschiede zwischen Migranten und Einheimische. Die Migrationsforscherin plädierte generell dafür, auf Vorschläge von außen "nicht defensiv zu reagieren", sondern für Hinweise dankbar zu sein und die mögliche Umsetzung zu prüfen.

Deutsch als Voraussetzung - aber auch Mehrsprachigkeit ein "Schatz"

Wird im Kontext von Arbeitsmarktpolitik und Migrationshintergrund gesprochen, ist laut Petra Draxl, Leiterin der Landesgeschäftsstelle des AMS Wien, die Staatsbürgerschaft das Hauptkriterium. Dabei sei unwesentlich, ob die Person etwa in Österreich geboren wurde und hier die Schule besuchte: "Diese Jugendlichen stehen hier vor großen Problemen." Die größte Gruppe unter den Migranten in Österreich bilden die Deutschen. Die größte Gruppe unter den Arbeitslosen seien aber Türken und Türkinnen, gefolgt von Personen aus dem früheren jugoslawischen Raum, so Draxl.

Deutsch als Voraussetzung sei zwar wichtig, aber auch die Mehrsprachigkeit sei ein "Schatz", den man nicht kleinreden dürfe, erklärte Heinisch-Hosek. So können etwa Migrantinnen ihre Muttersprache in Organisationen einsetzen, wo sie andere beraten.