Erstellt am 23. Mai 2011, 13:11

Mikl-Leitner findet Derby-Gewalt "inakzeptabel". Für Innenministerin Mikl-Leitner ist das Verhalten jener Rapid-Anhänger, die am Sonntagnachmittag im Wiener Gerhard-Hanappi-Stadion beim Derby gegen die Austria den Platz gestürmt haben, "völlig inakzeptabel".

Für Innenministerin Mikl-Leitner ist das Verhalten jener Rapid-Anhänger, die am Sonntagnachmittag im Wiener Gerhard-Hanappi-Stadion beim Derby gegen die Austria den Platz gestürmt haben, "völlig inakzeptabel". Der APA sagte sie am Montag: "Es muss Konsequenzen geben." Ziel sei es, dass normale Fußballfans und Familien ohne Belästigung und Gefährdung durch Störenfriede die Spiele genießen können.

Sie habe an den Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit den Auftrag erteilt, mit den Vereinen und der Bundesliga gemeinsam geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um Ausschreitungen aus den Stadien zu verbannen, so Mikl-Leitner. Dabei sagte sie: "Unser Vorbild ist England."

Nach mehreren schweren Katastrophen - Stichwort Hillsborough, Heysel-Stadion - hatten die Briten Anfang der 1990er Jahre mit rigorosen Maßnahmen wie Stadionverboten, massiver Videoüberwachung und drakonischen gesetzlichen Maßnahmen reagiert und damit in der Premier League die Gewalt aus den Stadien verbannt.

Mikl-Leitner betonte unter anderem, dass die Maßnahme des Stadionverbotes wichtig ist. Bei der von Experten immer wieder kritisierten Durchsetzung dieser Verbote verwies die Ministerin auf die Zuständigkeit der Vereine. Die Innenministerin äußerte sich auch zu möglichen Gesetzesänderungen. "Das muss man sich ansehen, wo man hier an den Schrauben drehen kann und welche Maßnahmen auch sinnvoll sind."

Auch die Austria-Vorstände Thomas Parits und Markus Kraetschmer sowie Trainer Karl Daxbacher zeigten sich am Sonntag im Hanappi-Stadion erschüttert von den Gewaltakten. "Das alles ist für den Fußball eine Katastrophe. Wie weit können Fans eigentlich gehen? Ich habe so etwas noch nie gesehen und hatte wirklich Angst um die Spieler, und dass es noch zu ärgeren Sachen kommt, wenn wir weiterspielen", sagte Parits.

Der Sport-Vorstand weiß aus eigener leidvoller Erfahrung, zu welchen Vandalenakten verärgerte Fans imstande sind - erst im Dezember 2009 liefen zahlreiche Schlachtenbummler während des Europa-League-Heimspiels gegen Athletic Bilbao aufs Feld und sorgten fast für einen Abbruch.