Erstellt am 10. Mai 2011, 14:36

Mikl-Leitner neue ÖAAB-Obfrau. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (V) ist neue Obfrau des Arbeiter- und Angestelltenbundes der Volkspartei (ÖAAB). Das gab ihr Vorgänger Michael Spindelegger, der seit kurzem designierter ÖVP-Chef ist, am Dienstagnachmittag bekannt.

Der Bundesvorstand habe soeben einstimmig beschlossen, Mikl-Leitner zur geschäftsführenden Bundesobfrau des ÖAAB zu ernennen, so Spindelegger.

Johanna Mikl-Leitner ist die erste Frau, die den als etwas verstaubt verschrienen ÖAAB leitet. Ihr Aufstieg von der niederösterreichischen Landesrätin zur Innenministerin brachte als Nebeneffekt gleich den nächsten Karriere-Schub mit sich. Der gleichsam leutseligen wie durchschlagskräftigen neuen Obfrau ist zuzutrauen, dass sie den Arbeitnehmerbund der Volkspartei zusammenhält und ihm parteiintern das erwünschte Gewicht verleiht.

Politisch aufgefallen ist Mikl-Leitner in der politischen Vergangenheit freilich weniger als Arbeitnehmer-Vertreterin denn als Niederösterreicherin. In der dortigen Landesorganisation legte die heute 47-Jährige schon früh die Basis für ihre Laufbahn. Wirklich auffallen konnte sie erstmals mit der Organisation der "Initiative für Erwin Pröll" bei der Landtagswahl 1993.

Der Mikl-Leitner-Aufstieg ging weiter voran. 1998 übernahm sie die Landesgeschäftsführung, ein Jahr später wechselte sie nebenbei in den Nationalrat. Zu dieser Zeit wurde sie auch erstmals Mutter, ihr zweites Kind bekam die Innenministerin dann schon als niederösterreichische Landesrätin. Landeshauptmann Pröll hatte sie 2003 zurück in die Heimat geholt, wo sie unter anderem für Europa- und Familienagenden, zuletzt auch für Soziales zuständig war.

Dass sie im Zuge der letzten Regierungsumbildung im Bund zum Zug kam, soll des neuen VP-Obmanns Spindelegger persönlicher Wunsch gewesen sein. Landeshauptmann Pröll bedauerte öffentlich, eine seiner engsten Vertrauten der Bundespartei opfern zu müssen. Tatsächlich dürfte er aber durchaus froh sein, mit Mikl-Leitner einen guten Draht nach Wien zu haben..

Mikl-Leitner gilt als hart in Sache und Ton. Im persönlichen Umgang ist die neue ÖAAB-Chefin hingegen durchaus gewinnend. Diese Kombination könnte sich in der ÖAAB-Männerwirtschaft als gewinnbringend erweisen.


Der ÖAAB ist zwar keine Männer-Domäne mehr, sehr wohl aber weiter eine niederösterreichische. Johanna Mikl-Leitner übernimmt als erste Frau den Arbeitnehmerbund der Volkspartei. Sie kommt wie ihr Vorgänger Michael Spindelegger und diverse andere AAB-Obmänner wie Robert Lichal, Josef Höchtl und Alois Mock aus dem VP-Kernland Niederösterreich.

Michael Spindeleggers Aufstieg zum Parteichef bringt es mit sich, dass er somit zum kürzest dienenden Vorsitzenden des VP-Arbeitnehmernbunds mit nur knapp zwei Jahren Amtszeit wird. Traditionell sind ÖAAB-Obmänner in ihren Positionen lange festgeschraubt. So diente Lois Weinberger 14 Jahre, Alfred Maleta elf und Alois Mock immerhin auch neun Jahre.

 Die bisherigen Obmänner des ÖAAB:
 Lois Weinberger ab Februar 1946
 Alfred Maleta ab Jänner 1960
 Alois Mock ab Mai 1971
 Herbert Kohlmaier ab November 1980
 Robert Lichal ab April 1986
 Josef Höchtl ab Juni 1991
 Werner Fasslabend ab Jänner 1997
 Fritz Neugebauer ab Oktober 2003
 Michael Spindeleggern ab 20. Juni 2009
 Johanna Mikl-Leitner designiert mit 13. Juni 2011