Erstellt am 01. April 2015, 06:50

von Wolfgang Millendorfer

Militär: Der letzte Marsch. Bereits ab Sommer spielt die Militärmusik Burgenland nur mehr in halber Stärke. Die Zukunft wird schwieriger.

»Abschiedsständchen«. Beim Frühjahrskonzert in Eisenstadt präsentierte sich die Militärmusik einmal noch in voller Stärke. Foto: Militärkommando  |  NOEN, Klaus Frank/Militärkommando

Alle Polit-Proteste und Unterschriften-Aktionen haben nur bedingt Wirkung gezeigt: Die von Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) angekündigte Reduktion der Militärkapellen in allen Bundesländern wird bereits mit Juli umgesetzt. War zunächst von einer kompletten Abschaffung die Rede, so soll die Stärke nun von 47 auf 20 Musiker reduziert werden.

„Mit 20 Mann kann man nicht mehr dasselbe spielen“

Künftig werden im Burgenland somit ein Offizier, sechs Unteroffiziere und 13 Grundwehrdiener zum Musizieren antreten. Sechs weitere Unteroffiziere müssen die Instrumente niederlegen und werden mit anderen Aufgaben betraut; auch wird es in der Kapelle keine Zeitsoldaten mehr geben. Der neue Name steht ebenfalls bereits fest: „Ensemble des Militärkommandos Burgenland“.

Auftritte wird es auch weiterhin geben – allerdings muss das Repertoire angepasst werden: „Mit 20 Mann kann man nicht mehr dasselbe spielen“, heißt es auf BVZ-Anfrage beim Militärkommando. Zunächst bleibt abzuwarten, inwieweit alle Instrumente mit Grundwehrdienern besetzt werden können. Gewechselt wird der Grundstock alle sechs Monate.

Musikalisch steht jedenfalls fest: Der „Große Österreichische Zapfenstreich“ oder der Radetzkymarsch werden im Burgenland so nicht mehr erklingen.