Erstellt am 04. November 2015, 02:47

von Wolfgang Millendorfer und Alexandra Gollubics-Prath

Millionen für Flüchtlingshilfe. Nach Debatten um Kosten-Erstattung gibt es erste Überweisungen an Hilfsorganisationen. Offen bleibt vorerst, wer die Transportkosten in Millionenhöhe bezahlt.

Bilanz. Direktor Hans Peter Doskozil, Sprecher Helmut Marban (v.l.).  |  NOEN, BVZ
280.000 Flüchtlinge wurden im September und Oktober im Burgenland versorgt. Die Aufarbeitung der Kosten führte zuletzt zu Diskussionen. Jetzt gab es erste Zahlungen für das Rote Kreuz und den Arbeitersamariterbund. Österreichweit wurden seitens des Innenministeriums 15 Millionen Euro ausbezahlt.

Beim Roten Kreuz Burgenland rechnet man mit Kosten von rund 1,5 Millionen Euro, die zum Teil bereits abgegolten seien. Geschäftsleiter Thomas Wallner: „Genaue Zahlen müssen erst abgerechnet werden, aber fest steht, dass mehr als 20.000 Dienststunden geleistet wurden.“ Beim Arbeitersamariterbund geht man von rund 150.000 Euro aus. Die Aufwände der Landespolizei laufen laut Direktor Hans Peter Doskozil über das Jahresbudget; das zu erwartende Minus werde vom Innenministerium getragen.

Im Land stellt man sich indes auf die zu erwartenden Mehrkosten ein. Im Asylbereich wurde das Budget laut Auskunft der Sozialabteilung um vier Millionen Euro aufgestockt. Im Vorfeld der Landeshauptleutekonferenz forderte Landeschef Hans Niessl, dass auch die Transportkosten der Flüchtlinge vom Ministerium übernommen werden sollen. Hier geht man von mehreren Millionen aus.

Asyl-Erstbefragungen künftig in Nickelsdorf

Im Burgenland sind die Einsatzkräfte indes weiter in Bereitschaft. Da österreichweit pro Tag bis zu 600 Asylanträge gestellt werden, bietet das Landespolizeikommando nun an, auch in Nickelsdorf Erstbefragungen durchzuführen. Laut Doskozil sei man startklar: „Wir könnten wöchentlich bis zu 400 Menschen versorgen.“

Bereits eingespielt hat sich die Betreuung von Flüchtlingskindern in den heimischen Schulen (siehe unten). Der amtsführende Landesschulratspräsident Heinz Josef Zitz lobt den Zusammenhalt in den Klassen: „Die Schule soll den Kindern einen geschützten Raum bieten.“

Betreuung von Flüchtlingskindern

  • Derzeit sind 163 Flüchtlingskinder an burgenländischen Schulen untergebracht. Aufgeteilt sind sie auf 21 Volksschulen (83 Kinder), 16 Neue Mittelschulen (53), vier Polytechnische Schulen (8), eine Sonderschule (1), vier AHS (11) und fünf BMHS (7). Die Kapazitäten reichen derzeit bis zu 250 zusätzlichen Schülern.

  • In den Kindergärten werden 50 Flüchtlingskinder betreut. Der „Schwerpunkt“ liegt im Landessüden, etwa Bernstein oder Stinatz.

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