Erstellt am 03. März 2012, 08:13

Ministerien beschäftigten 2011 weniger Behinderte. Die Zahl der Behinderten in Ministerien ist 2011 bei einem Vergleich zum Stichtag 31. Dezember um 103 Personen oder -2,32 Prozent zurückgegangen. Dies geht aus der Beantwortung einer Anfrage des BZÖ an Beamtenministerin Heinisch-Hosek hervor.

 Insgesamt steht einer Pflichtzahl von 6.089 die Zahl von 4.336 Beschäftigten mit Handicap gegenüber (Stichtag 31.12.2011).

Rechnet man die doppelt anrechenbaren Behinderten ein, bleibt eine Untererfüllung von 258. Für BZÖ-Klubobmann Bucher ist dies ein "fatales Signal an die Privatwirtschaft". Die Pflichterfüllung übertroffen wurde im Verteidigungsministerium, im Finanzministerium oder im Sozialministerium. Nicht erfüllt wurde die Quote im Innenministerium oder im Unterrichtsministerium. Bei einer Gegenüberstellung der Stichtage 2010 und 2011 zeigt sich in nahezu allen Ressorts ein Rückgang, lediglich im Außenministerium wurden um zwei Personen mehr beschäftigt.

Ein Rückgang ist auch bei der Zahl der begünstigten Behinderten mit einer verminderten Erwerbsfähigkeit von 70 Prozent zu verzeichnen. In diesem Bereich wurden zum Stichtag 31. Dezember 2011 gegenüber dem Vorjahr um 51 Personen weniger beschäftigt (-3,67 Prozent). Das größte Minus gibt es im Infrastrukturministerium mit drei Personen weniger, lediglich das Außenministerium beschäftigte eine Person mehr und weist damit ein Plus auf. Menschen ab einem Behinderungsgrad von 70 Prozent (also z.B. Rollstuhlfahrer) sind übrigens seit 1. Jänner 2012 aus den Planstelleneinsparungen ausgenommen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, Menschen mit Behinderung eine berufliche Perspektive zu bieten, hieß es.

Das BZÖ pochte auf die hundertprozentige Erfüllung des Behinderteneinstellungsgesetzes, die Betroffenen hätten es schließlich schwer genug. Bucher fordert daher gegenüber der APA eine Beschäftigungsoffensive für Behinderte und die Durchsetzung der Verpflichtung besonders in den Ministerien.