Erstellt am 15. Februar 2012, 15:45

Mittelschule von Schülern mit "Gut" beurteilt. Die NÖ Mittelschule, die derzeit an 78 Standorten im ganzen Bundesland erprobt wird, ist von betroffenen Schülern mit einem "Gut" beurteilt worden.

 |  NOEN, Wodicka; A-4062 Thening
Seit der Einführung des Modells im Schuljahr 2009/2010 läuft eine Evaluierung unter Federführung des Bildungswissenschafters Stefan Hopmann. Am Mittwoch wurden in St. Pölten erste Ergebnisse aus der für fünf Jahre angesetzten Untersuchung präsentiert.

1.500 Schüler aus der fünften und sechsten Schulstufe wurden im Rahmen der Evaluierung seit April 2010 befragt. Während unter den Jüngeren mehr als jeder Zweite (54,6 Prozent) seiner Schulform ein "Sehr Gut" ausstellte, waren es bei den um ein Jahr Älteren "nur" mehr 36,6 Prozent. 22,4 bzw. 31,4 Prozent beurteilten die Neue Mittelschule mit "Gut", ein "Nicht Genügend" erteilten in beiden Altersgruppen jeweils nur knapp unter drei Prozent der Befragten. Inwiefern die Abschwächung in der zweiten Sekundarstufe altersbedingt, schulbedingt oder "der unsicheren Zukunft der Mittelschule geschuldet ist", lasse sich noch nicht sagen, so Hopmann.

Der Zustrom zur Neuen Mittelschule (NMS) steigt jährlich an, auch weil von Jahr zu Jahr mehr Hauptschulen zu Mittelschulen umfunktioniert werden. Nach wie vor aktuell ist aber das Imageproblem gegenüber der Gymnasien im städtischen Bereich bzw. in Wien-nahen Gegenden. Die "Zielgruppe", welche die neue Schulform erreiche, sei im wesentlichen dieselbe wie zuvor die Hauptschule, meinte der Bildungswissenschafter. Der relative Vorteil eines nicht rein-gymnasialen Bildungswegs müsse sich noch deutlicher herausstellen. Fakt sei allerdings, dass in drei Viertel aller Maturanten aus Hauptschulen kommen und österreichweit nur ein Drittel der Schüler ihre Matura im Gymnasium ablegen, die Mehrheit an den Berufsbildenden höheren Schulen, die ein "Erfolgsmodell" Österreichs seien. Die NMS sei für letztere die "optimale Vorbereitungsform", hieß es im Land .

Generell habe sich bei den Untersuchungen herausgestellt, dass man sich jeden einzelnen Standort genau ansehen und fördern müsse. "Was A braucht, ist für B nicht zwangsläufig richtig", so das Credo im Land und bei den Forschern. Daher forderte man auch vom Bund bei der Gesetzgebung zur NMS eine autonome Gestaltung, die jedem Standort großen Handlungsspielraum lässt. "Schule findet immer unter Bedingungen und eingebettet in ein soziales Umfeld statt. Sie muss darauf flexibel reagieren können", betonte Hopmann. Grobe Eingriffe in die Oberflächenstruktur würden nicht über die Schulqualität entscheiden.

Mit dem kommenden Schuljahr 2012/2013 werden 72 weitere Hauptschulen zu Mittelschulen gemacht, kündigte Landesrat Karl Wilfing (V) an. Ab dem Herbst soll es in den Schulen auch eine noch engere Zusammenarbeit mit den Gemeinden und der ansässigen Wirtschaft geben - die regionale Einbettung sei ein wichtiger Faktor, die Regionen müssten sich mit ihren Schulen identifizieren, so der Landesrat.