Erstellt am 31. Mai 2011, 10:00

Mitterlehner will bis 2015 atomstromfrei sein. Die Bundesregierung hat sich in ihrem bei der Regierungsklausur am Semmering präsentierten Arbeitspaket auch das Ziel gesetzt, bis 2015 unabhängig von Atomstrom zu sein.

Die Bundesregierung hat sich in ihrem bei der Regierungsklausur am Semmering präsentierten Arbeitspaket auch das Ziel gesetzt, bis 2015 unabhängig von Atomstrom zu sein. Mit Hilfe des neuen Ökostromgesetzes soll dieses auch erreicht werden, erklärte Wirtschaftsminister Mitterlehner am Dienstag. Österreich soll zum Stromexporteur und bis 2050 überhaupt energieautark werden.

Derzeit beläuft sich der Anteil von Atomstrom am gesamten Stromimport auf durchschnittlich etwa sechs Prozent. "Das werden wir entsprechend ersetzen, indem wir die erneuerbare Energie ausbauen und die Investitionen in Wasserkraft verstärken. Damit wollen wir möglichst schnell zum Stromexporteur werden", so Mitterlehner. Allein der Verbund investiere in den nächsten zwei Jahren zwei Milliarden Euro in die Wasserkraft.

Der Minister zeigte sich überzeugt, "relativ rasch" atomstromfrei werden zu können. Ausgebaut werden sollen die geförderte erneuerbare Energie wie Biomasse, Windkraft und Photovoltaik sowie die nicht-geförderte erneuerbare Energie wie Wasserkraft. Eine dritte Maßnahme sei die Steigerung der Energieeffizienz. In den Berechnungen sei auch ein Anstieg des Stromverbrauchs von 1,5 Prozent berücksichtigt. Die Zielwerte sollen jedenfalls vom Wifo auf ihre Plausibilität hin objektiv überprüft werden.

Die ebenfalls von der Regierung angestrebte Energieautarkie Österreichs bis 2050 hält Mitterlehner für ein "sehr ambitioniertes", aber erreichbares Ziel. Das neue Ökostromgesetz soll Mitte Juni vorliegen, hofft der Ressortchef.