Erstellt am 21. November 2011, 12:38

Moody's erwartet Zustimmung zu Schuldenbremse. Lob für die von Österreich geplante Schuldenbremse kommt von der Ratingagentur Moody's. Sollte die Opposition die Verfassungsänderung unterstützen, dann würde das nach Ansicht der Analysten die Kreditwürdigkeit österreichischer Staatsanleihen verbessern.

Die Agentur plädierte am Montag außerdem für Einsparungen bei Pensionen und Förderungen. Die Schuldenbremse "unterstützt die Kreditwürdigkeit sowohl der österreichischen Regierung als auch der unteren Verwaltungsebenen (Länder und Gemeinden, Anm.)", schreiben die Moody's-Analysten: "Dies gilt insbesondere wenn, wovon wir ausgehen, die Oppositionsparteien die Verfassungsänderung unterstützen."

Allerdings verweist Moody's darauf, dass die Umsetzung der Schuldenbremse auch einen verschärften Sparkurs nötig machen würde. Die Analysten erwarten, dass das strukturelle Defizit von heuer 3,3 Prozent des BIP bis 2014 auf zwei Prozent des BIP sinken wird: "Daher wird eine signifikante Beschleunigung des Defizitabbaus nötig sein, um 2017 0,35 Prozent des BIP zu erreichen."

Einsparungen schlägt Moody's unter anderem bei Pensionen und Förderungen vor. Die Ratingagentur verweist darauf, dass das effektive Pensionsantrittsalter von Männern (59 Jahre) und Frauen (57 Jahre) im OECD-Vergleich am untersten Ende liegt. Bei den Pensionsausgaben liege Österreich daher im Vergleich zu anderen mit Triple-A bewerteten Euroländern im Spitzenfeld. Ebenfalls Spitze ist Österreich demnach bei den Förderungen: Diese machen hierzulande 3,5 Prozent des BIP aus. In Deutschland ist es nur ein Prozent, in Finnland und den Niederlanden 1,5 Prozent.

Kein offizieller Kommentar ist von Moody's zur Frage zu erhalten, wann der nächste Ratingbericht für Österreich vorliegen wird. "Wir kommentieren keine Veröffentlichungstermine", sagte ein Sprecher der Agentur in London auf APA-Anfrage. In informierten österreichischen Kreisen heißt es diesbezüglich, dass der Bericht des Expertenteams, das in der Vorwoche zu Gesprächen in Österreich war, vor Weihnachten vorliegen dürfte.