Erstellt am 10. Dezember 2015, 04:23

von Wolfgang Millendorfer und Birgit Böhm-Ritter

Nach Pechlaner-Abgang: Streit im Nationalpark. Nach Vertrauens-Entzug durch Vorstands-Chef Rittsteuer geht die Debatte weiter. Auslöser sind Postenbesetzungen.

Pechlaner: »Als politisch Unabhängiger war ich im Vorstand immer nur ein Feigenblatt.«  |  NOEN, zVg
Nach 23 Jahren im Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel legte Helmut Pechlaner, wie berichtet, vor Kurzem sein Vorstandsmandat zurück.

Zuvor war dem ehemaligen Direktor des Tiergartens Schönbrunn von Vorstandsvorsitzendem Paul Rittsteuer das Vertrauen entzogen worden. Streitpunkt sind zwei Postenbesetzungen.

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Neben einer Stelle im Flächenmanagement geht es um den Posten des Finanzchefs, zu dessen Besetzung Pechlaner eine Personalberatungsfirma beiziehen wollte: „Obwohl vier von sieben Vorstandsmitgliedern dafür waren, ist dahingehend nichts geschehen. Also habe ich aus Eigeninitiative unverbindliche Angebote eingeholt“, so Pechlaner.

Aus Rittsteuers Sicht sei dies „hinter seinem Rücken“ passiert: „Helmut Pechlaner hat sich zweifelsohne große Verdienste um den Nationalpark erworben, aber er hat sich Dinge herausgenommen, die sich kein Vorstandsmitglied gefallen lassen kann.“

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Ein Wirtschaftsprüfer sei mit der Ausschreibung beauftragt worden, Pechlaner habe den Text eigenmächtig geändert, sagt Rittsteuer. Pechlaner wiederum hält fest, dass er nur eine Formulierung korrigieren habe lassen: Demnach sei der Finanzchef dem Vorstand nicht weisungsgebunden.

Gegen den Abgang Pechlaners sprach sich auch Landeschef Hans Niessl aus. Pechlaner gegenüber der BVZ: „Ich habe mir den Abschied anders vorgestellt, aber das habe ich nicht nötig.“