Oberwart , Eisenstadt

Erstellt am 03. November 2016, 06:24

von BVZ Redaktion

Nach Wirbel um Posting: „Es war ein Fehler“. Entschuldigung nach harscher Kritik am Landeschef. Minister Doskozil sagte Interview für Theater-Projekt ab.

Künstler Peter Wagner: Derbe Worte über den Landeschef.  |  BVZ

Mit seiner Facebook-Kritik an Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) sorgte Regisseur und Autor Peter Wagner für Aufsehen. Mittlerweile gab es zwar eine offizielle Entschuldigung; im Schatten der Diskussion sagte Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) jedoch ein Interview für Wagners geplante Theaterproduktion zur Flüchtlingstragödie des Vorjahres ab.

Die Kritik am Landeschef ist auf Wagners Facebook-Seite zu lesen. Wie die BVZ berichtete, hatte Wagner in der ersten Version seines Postings deftige Worte gewählt, die er nachträglich entschärfte.

„Selbst dieser vermeintlich entschärfte Text, der vornehmlich gegen die Person des Landeshauptmannes gerichtet ist, kann von diesem als beleidigend empfunden werden“, schreibt der Künstler nun in einer Presseaussendung.

„Entschuldigung angenommen!“

Landeschef Hans Niessl. Entschuldigung wird angenommen.  |  BVZ, BVZ

Im Büro des Landeshauptmannes heißt es auf BVZ-Anfrage, dass die Entschuldigung des Künstlers „natürlich angenommen“ werde: „Personen, die im öffentlichen Leben stehen, sind es gewohnt, mit Kritik umzugehen. In Zukunft sollte man aber darauf achten, gewisse Grundregeln einzuhalten und sich nicht zu beflegeln“, so Niessl-Sprecher Herbert Oschep.

Unter Berufung auf ein in der BVZ erschienenes Interview betont Peter Wagner: „Ich werde mich auch in Zukunft mit Kritik nicht zurücknehmen, wo ich sie für angebracht halte, werde jedoch Bedacht darauf nehmen, sie in der gebotenen Sachlichkeit zu formulieren.“

Noch nicht geklärt ist aber, ob Verteidigungsminister Doskozil seine Teilnahme am Theaterprojekt mit dem Titel „71 oder Der Fluch der Primzahl“ nachholen wird. Die künstlerische und zeithistorische Auseinandersetzung mit den Ereignissen rund um die 71 toten Flüchtlinge von Parndorf wird derzeit mit Texten burgenländischer Autoren und 15 Interviewpartnern erarbeitet.