Erstellt am 25. Juni 2012, 12:35

Nachhilfe-Bedarf weiter hoch. 27 Prozent aller Schüler - das sind etwa 265.000 Kinder - brauchen laut einer Studie der Arbeiterkammer (AK) Nachhilfe. Das entspricht in etwa den Zahlen des Vorjahrs. Dennoch sanken die Ausgaben für Nachhilfe im Vergleich zu 2011 um 20 Millionen Euro.

Das läge vor allem daran, dass sich vor allem wenig verdienende Eltern diese Zusatzbelastung kaum mehr leisten könnten, so AK-Präsident Tumpel. "Die alte Halbtagsschule macht genau dieselben Probleme wie im Vorjahr", so Tumpel. 77 Prozent aller Eltern müssen ihren Kindern bei Hausaufgaben helfen oder mit ihnen für Schularbeiten und Tests lernen. Das entspricht der Leistung von 47.000 Vollzeitbeschäftigten. Für die Studie wurden österreichweit 2.851 Haushalte mit Schulkindern befragt.

Am häufigsten lernen Eltern immer noch mit Volksschulkindern (88 Prozent). Diese Zahlen haben sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert, gesunken sind allerdings die Ausgaben der Eltern für bezahlte Nachhilfe - von 127 auf 107 Millionen Euro. Dafür macht Tumpel vor allem die Teuerung verantwortlich, bei der Österreich in Europa an vierter Stelle steht. Die Inflation treffe vor allem Wenigverdiener (monatlich bis zu 1.300 Euro netto Haushaltseinkommen). Hier fühlen sich zwei Drittel durch Ausgaben für Nachhilfe "extrem belastet". 2011 war es nur ein Viertel.

Einen positiven Effekt zeige die Neue Mittelschule, so Tumpel. Hier müssen Eltern mit 482 Euro pro Kind und Jahr wesentlich weniger ausgeben als im Gymnasium (668 Euro). Außerdem würden die Schüler von vorneherein besser abschneiden: Nur 17 Prozent lernen für eine Nachprüfung oder um eine negative Note zu verhindern, im Gymnasium sind es schon 34 Prozent.

Deshalb fordert die Arbeiterkammer eine rasche und dringende Umsetzung einer einheitlichen Mittelstufe, mehr Unterricht in Kleingruppen sowie eine bessere individuelle Betreuung der Kinder. Damit könne auch die Notwendigkeit für Nachhilfe geringer gehalten werden und im Interesse der Eltern gehandelt werden, so Tumpel.