Erstellt am 27. Juli 2016, 07:05

von Richard Vogler

Huber folgt auf Doskozil: „Das Hobby als Beruf“. Der Neusiedler Bezirkshauptmann Martin Huber tritt am 1. September die Nachfolge von Hans Peter Doskozil an.

Blick voraus. Martin Huber ist seit 17 Jahren Neusiedler Bezirkshauptmann. Foto: Bernhard Fenz  |  Bernhard Fenz

Neun Kandidaten bewarben sich für die Nachfolge von Hans Peter Doskozil – seit vergangener Woche ist bekannt (BVZ.at hatte berichtet, siehe weiter unten), dass der Neusiedler Bezirkshauptmann Martin Huber mit 1. September die Funktion des Landespolizeidirektors neu bekleiden wird.

„Es kam ein Anruf vom Landeshauptmann, in dem er mir mitteilte, dass die Wahl auf mich gefallen ist. Einige Zeit später hat mich das Ministerium kontaktiert“, berichtet Huber.

Die Beweggründe, sich dafür zu bewerben? „Die Aufgaben eines Bezirkshauptmannes haben viele Parallelen zu jenen bei der Polizei. Der Bereich Sicherheit hat mich mein ganzes Leben begleitet (siehe unten) und auch interessiert. Eigentlich habe ich somit mein Hobby zum Beruf gemacht.“

„Von außen Prognosen anzustellen wäre unseriös“

Was die erste Amtshandlung sein wird und was sich unter dem neuen Landespolizeidirektor ändern wird, dies kann der Mattersburger nicht beantworten. „Von außen Prognosen anzustellen wäre unseriös“, so Huber, um weiter auszuführen: „Eines liegt aber auf der Hand: Schlepperbekämpfung und das Thema Flüchtlinge sowie die Kriminalitätsbekämpfung wird uns weiter stark beschäftigen.“

Die beiden Landespolizeidirektor-Stellvertreter Werner Fasching und Christian Stella übten das Amt des Landespolizeichefs interimistisch aus, beide bewarben sich auch für den ausgeschriebenen Posten. „Wir kennen uns bereits schon länger und schätzen uns sehr.“

Der 50-Jährige ist seit 17 Jahren oberstes Sicherheitsorgan des Neusiedler Bezirkes. Im Laufe der Zeit haben sich die Anforderungen dort stark gewandelt. „Ich denke hier zum Beispiel an das Nova Rock. Im ersten Jahr, 2003, waren zwei BH-Mitarbeiter vor Ort, nun sind 15 rund um die Uhr im Einsatz und es gilt, eine Veranstaltung mit 200.000 Personen im Bereich Sicherheit abzuwickeln“, so Huber abschließend.

Stellungnahmen und Reaktionen auf die Bestellung

„Mit Martin Huber wechselt ein erfahrener Kandidat in das Amt des Landespolizeidirektors. Gerade in Hinblick auf die zukünftige Entwicklung im Grenzgebiet bedarf es einer verantwortungsvollen und konsequenten Führung der Exekutive.“
Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP)

„Ich bin überzeugt, dass er alle persönlichen und beruflichen Voraussetzungen vereint, um ein sehr guter Landespolizeidirektor sein. Als Bezirkshauptmann konnte er die Herausforderungen einer wachsenden Region hervorragend meistern.“

Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ)

„Mit der Bestellung von Martin Huber ist die Landespolizeidirektion in sicheren und erfahrenen Händen. Er hat am Höhepunkt der Einwanderungswelle als Krisenmanager bewiesen, dass er die richtigen Entscheidungen treffen kann.“
Landeshauptmann-Stellvertreter Johann Tschürtz (FPÖ)

„Innenminister Wolfgang Sobotka eine gute Wahl getroffen. Mit seiner Erfahrung ist Huber der richtige Mann, um die künftigen Herausforderungen im Grenzgebiet verantwortungsvoll und auch konsequent zu lenken.“
ÖVP-Landesparteiobmann Thomas Steiner

Lebenslauf Martin Huber

AUSBILDUNG:
1972-1976: Volksschule Eisenstadt
1976-1980: Gymnasium Kurzwiese Eisenstadt
1980-1984: Oberstufenrealgymnasium Eisenstadt
1984/1985: Präsenzdienst beim Österreichischen Bundesheer
1984-1991: Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien

BERUFSERFAHRUNG:
1991/92: Gerichtspraxis
1992: Dienstantritt Land Burgenland, Bezirkshauptmannschaft Eisenstadt-Umgebung
1994: Leiter der Abteilung Sicherheitswesen bei der BH EU
Dez. 1997: Sicherheitsbeauftragter des Landes Burgenland im Amt der Landesregierung
Sept. 1999: Bezirkshauptmann-Stellvertreter der BH Neusiedl am See
Jänner 2000 bis dato: Bezirkshauptmann von Neusiedl am See
2000 bis dato: Sicherheitssprecher der Burgenländischen Bezirkshauptleute