Erstellt am 25. Januar 2014, 12:52

NEOS-Konvent: LIF-Gründer erteilten Parteihochzeit ihren Segen. Die Mitbegründer des Liberalen Forums, Heide Schmidt und Hans Peter Haselsteiner, haben der Fusion ihrer Partei mit den NEOS endgültig ihren Segen erteilt.

APA16637298 - 25012014 - BRUNN AM GEBIRGE - …STERREICH: Fusionskonvent von NEOS und LIF am Samstag, 25. JŠnner 2014 in Brunn am Gebirge. APA-FOTO: HANS PUNZ  |  NOEN, HANS PUNZ (APA)
"Ich hoffe, dass ihr eine Mentalitätsreform in diesem Land zusammenbringt", lautete der Auftrag von Schmidt in ihrer Rede beim Fusionskonvent am Samstag. Hans Peter Haselsteiner zeigte sich vor allem froh über die Unterschiede zur ÖVP.

Vor fast genau 21 Jahren sei das Liberale Forum gegründet worden, sah auch Schmidt einen historischen Moment beim NEOS-Konvent, an dem rund 300 Delegierte - auch des LIF - teilnahmen. "Das war nicht nur für mich ein Glücksfall, sondern ich glaube, das hat auch dem Land gut getan", betonte sie. "Es ist wichtig, eine liberale Partei in diesem Land zu haben."

Mehr Eigenverantwortung, Zivilcourage und Mut

Aber auch der politische Gegner wurde von Schmidt, die einst selbst aus der FPÖ kam, in die Zange genommen: "Ich kenne viele, die sagen, wenn (FPÖ-Chef Heinz-Christian, Anm.) Strache Bundeskanzler wird, wandere ich aus - und viele meinen das auch ernst." Die Frage sei allerdings, wohin, ergänzte sie. "Ich gehe davon aus, dass viele, die hier sind, in einer offenen Gesellschaft leben möchten." Zuletzt forderte Schmidt mehr Eigenverantwortung, Zivilcourage und Mut und erhielt Standing Ovations.

Auch Haselsteiner zeigte sich von seiner emotionalen Seite. "Wir werden die Geschlossenheit zeigen und wir lassen uns auch nicht auseinanderdividieren", gab auch er grünes Licht für die Fusion. So möge es zwar sein, dass es zwischen NEOS und LIF "Nuancen" bei der Vorstellung eines gemeinsamen Programms gebe, dennoch handle es sich um ein "durchtriebig liberales Programm". Der Unternehmer plädierte für eine "lebendige Diskussion" bei den Inhalten, die nicht in Stein gemeißelt seien. "Ich will darüber diskutieren, ich will streiten"

Zuversicht vor EU-Wahl

Stolz zeigte sich Haselsteiner, der die NEOS mit insgesamt rund 695.000 Euro finanziert hatte, auch über das Statut, das beim Konvent zur Abstimmung stand. "Ich bin sehr glücklich, dass in diesem Statut dieser falsch verstandene Föderalismus nicht vorkommt", zeigte er die Unterschiede vor allem zur ÖVP auf. Zudem habe man "jeden Ansatz von Bündestruktur bewusst vermieden", denn: "Das wäre ein Todestrieb. Die ÖVP müsste noch einmal neu gegründet werden um noch einmal erfolgreich zu werden."

Auch "Wichtigtuer" mit Partikularinteressen werde man bei den NEOS nicht verhindern können, meinte Haselsteiner, gab sich aber hoffnungsvoll: "Verhindern Sie das, sagen Sie 'cui bono' und hauen Sie ihm eins auf den Deckel!" Auch in Richtung EU-Wahl zeigte er sich zuversichtlich und betonte vor allem den Unterschied zur SPÖ mit ihrem Spitzenkandidaten, dem ehemaligen ORF-Mann Eugen Freund und dessen unglücklichen Aussagen in einem Interview: "Wenn man ein populäres Fernsehgesicht nimmt, es ist fast immer eine Pleite." Auch für Haselsteiner gab es stehende Ovationen.

Die EU-Wahl war auch zuvor Thema beim Finanzbericht der NEOS. Rund eine Mio. Euro nennt die Partei als Budget, etwas mehr als die Hälfte solle aus Fund Raising finanziert werden.

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Das Liberale Forum, das vor rund 21 Jahren von Heide Schmidt und mehreren Mitstreitern gegründet worden war, ist am Samstag offiziell aufgelöst worden. Dies war aufgrund der nachfolgenden Fusion mit der im Parlament neu vertretenen Partei NEOS notwendig. LIF-Mitbegründer und NEOS-Unterstützer Hans Peter Haselsteiner bot sich nach der Zusammenführung als "Senior Advisor" an.

NEOS-Obmann Matthias Strolz betonte nach der Fusion noch einmal, wie viel dieser Tag für ihn und die gesamte Bewegung bedeute. Zudem dankte er den Mitgliedern des Liberalen Forums. "Es ist für jeden politischen Menschen ganz, ganz großes Kino, das kommt nicht jeden Tag." Ex-LIF-Chefin Angelika Mlinar bedankte sich für das große Vertrauen: "Wir haben uns getraut, wir hatten den Mut." Auch Haselsteiner zeigte sich gerührt. "Ich glaube, wir haben den richtigen Schritt getan", sagte er zu den ehemaligen LIF-Mitgliedern.

Diskutiert und mehrheitlich angenommen waren vor der Fusion auch die neuen Statuten sowie das Parteiprogramm worden. Die Abstimmung über den siebenköpfigen Vorstand inklusive die Wiederwahl von Parteichef Matthias Strolz soll knapp eine Stunde danach stattfinden.