Erstellt am 07. Dezember 2011, 10:46

Neuauflage im ÖGB-Prozess gegen Verzetnitsch. Am Wiener Handelsgericht hat am Mittwoch die bereits dritten Auflage des Schadenersatz-Prozesses begonnen, den der Gewerkschaftsbund (ÖGB) gegen seinen früheren Präsidenten Verzetnitsch und die frühere BAWAG-Spitze angestrengt hat.

Hintergrund der Klage sind Verluste, die durch Spekulationen der ehemaligen Gewerkschaftsbank BAWAG in den Jahren 1998 bis 2000 entstanden sein sollen.

Am Mittwoch soll zunächst der Prozessfahrplan festgelegt werden, Einvernahmen von Beklagten wird es nicht geben. Verzetnitsch muss sich verantworten, weil er nach Bekanntwerden der Spekulationsverluste eine ÖGB-Garantie zugunsten der angeschlagenen BAWAG abgegeben hat. Von den früheren BAWAG-Managern sind die beiden Ex-Vorstandschefs Helmut Elsner und Johann Zwettler sowie die Ex-Vorstände Hubert Kreuch, Josef Schwarzecker, Christian Büttner und Peter Nakowitz angeklagt.

Bei den vergangenen zwei Prozessen war es dem ÖGB nicht gelungen, Schäden, die durch umstrittene Karibik-Geschäfte der BAWAG entstanden waren, den Beklagten konkret zuzuordnen. Mittlerweile beruft sich aber die Anklage auf ein OGH-Urteil, wonach Schadenersatzansprüche grundsätzlich zulässig sind.

Eine außergerichtliche Einigung wurde von den Vertretern der Beklagten abgelehnt, auch mit dem Hinweis, dass sich die Prozesskosten mittlerweile bereits auf Hunderttausende Euro belaufen.