Erstellt am 17. August 2016, 07:56

von Wolfgang Millendorfer und Alexandra Gollubics-Prath

Debatte um Ferienzeit. ÖVP-Ministerin Karmasin will zwei Wochen Ferien in den Herbst „verschieben“. Auch im Burgenland wird diskutiert.

Umverteilung? Geht es nach Ministerin Karmasin, verschieben sich zwei Ferienwochen in den Herbst...  |  NOEN, APA

Der Vorstoß von Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) sorgt österreichweit für Diskussionen. Sie plädiert dafür, die Sommerferien zugunsten der freien Tage im Herbst zu verkürzen: Damit, so Karmasin, hätten es Eltern mit der Betreuung ihrer Kinder einfacher. Die Reaktionen fielen auch im Burgenland gemischt aus.

Der amtsführende Landesschulratspräsident Heinz Josef Zitz spricht von einer „verkürzten Betrachtungsweise“ und verweist etwa auf die Pflichtpraktika an berufsbildenden Schulen, die im Sommer absolviert werden müssen. „Außerdem hat die flächendeckende Elternumfrage im Burgenland ergeben, dass man mit den Ferienzeiten zu 80 Prozent zufrieden ist.“ Diskutieren könne man über alles, so Zitz, man müsse aber das gesamte Schulwesen betrachten.

Für eine Befragung von Eltern, Lehrern und Schülern spricht sich Familienlandesrätin Verena Dunst (SPÖ) aus: „Alle Beteiligten müssen einbezogen werden.“

Die größte Schülerorganisation des Landes, die Schülerunion Burgenland, steht dem Vorschlag der Ministerin „nicht generell ablehnend gegenüber“, meint Landesobmann Lukas Faymann, wichtig sei aber , dass „gemeinsam mit den Schulpartnern verhandelt wird“.

Eine Verkürzung der Sommerferien wäre auch für Alfred Handschuh, Obmann des Landesverbandes der Elternvereine, denkbar. Die gewonnene Zeit solle auf Fenstertage aufgeteilt werden — das würde zu einer Vereinheitlichung und nicht jedes Jahr zu einem „Hick-Hack um schulautonome Tage“ führen.

Johann Farkas, Vorsitzender der Gewerkschaft der Pflichtschullehrer im Burgenland, meint, eine Neuregelung wäre „sicher nicht schlecht“. Anstelle der Herbstferien wären freilich „andere Alternativen zu bevorzugen“.