Erstellt am 16. September 2011, 20:10

Neue Details in ÖBB-Inseraten-Affäre. Neue Details rund um die Inseratenvergaben der ÖBB in der Amtszeit von Bundeskanzler Faymann als Verkehrsminister sind am Freitagabend aufgetaucht. Ein ehemaliger ÖBB-Manager behauptet nun im "Kurier", er habe den Namen Faymann nachträglich aus einem ÖBB-Protokoll streichen müssen. Das Kanzleramt dementierte die Vorwürfe auf Anfrage der APA neuerlich.

Neue Details rund um die Inseratenvergaben der ÖBB in der Amtszeit von Bundeskanzler Faymann als Verkehrsminister sind am Freitagabend aufgetaucht. Ein ehemaliger ÖBB-Manager behauptet nun im "Kurier", er habe den Namen Faymann nachträglich aus einem ÖBB-Protokoll streichen müssen. Das Kanzleramt dementierte die Vorwürfe auf Anfrage der APA neuerlich.

Größter Stein des Anstoßes ist eine Medienkooperation der ÖBB mit der "Kronen-Zeitung" um 500.000 Euro. Mehrere Medien druckten im Faksimile den im Jahr 2007 vom ÖBB-Vorstand beschlossenen Antrag ab, in dem der Name Faymanns aufscheint. Im ÖBB-Archiv liegt der Antrag jedoch ohne den Namen des heutigen Kanzlers auf.

Der "Kurier" berichtet, die in den Zeitungen abgedruckte Version sei richtig, und zitiert einen namentlich nicht genannten ÖBB-Manager, der an der Fertigung des Papiers beteiligt gewesen sei, und den Ablauf erklärt: "Es sind damals im Vorstand die Fetzen geflogen.""Der Name Faymann musste rausgenommen werden. Ein Vorstandsdirektor und ich haben den Antrag umschreiben müssen. Man hat gesagt, man wird das nachreichen."

Der "Kurier" zitiert auch einen ehemaligen ÖBB-Manager, der behauptet, dass auch der Stadt-Wien-nahe Echo-Verlag "massiv Druck ausgeübt" habe. "Der Echo-Geschäftsführer hat am Ende jedes Monats angerufen und gesagt, in welchen seiner Medien es noch freie Inseratenplätze gibt und wie viel das für die ÖBB kostet."Über Jahre hinweg sei von Echo-Geschäftsführer Christian Pöttler unter Berufung auf Ostermayer Druck ausgeübt worden, Anzeigen schalten zu müssen. "Monatlich waren das 25.000 bis 30.000 Euro in den diversen Echo-Medien."

Und in den Bundesländerzeitungen behauptet ein ÖBB-Manager, dass auf Druck von Staatssekretär Ostermayer das Kommunikationsbudget geändert werden mussten. "Nach Amtsantritt kam Ostermayer und teilte uns mit, dass wir das Kommunikationsbudget umstellen müssten. (...) Wir mussten Gelder für Medienkooperationen umleiten."

ÖVP-Infrastruktursprecher Bartenstein fordert unterdessen, dass die Inseraten-Causa auch in dem geplanten Untersuchungsausschuss zu den diversen Korruptionsaffären untersucht werden müsse. ÖVP-Klubobmann Kopf hält hingegen "die Suppe für zu dünn für einen U-Ausschuss".