Erstellt am 07. September 2011, 14:52

Neue Geldtransfers von Hochegger enthüllt. Neue Geldtransfers vom Lobbyisten Peter Hochegger enthüllt: Auf Hocheggers Pay-Roll findet sich auch ein anderer Lobbyist, nämlich Alfons Mensdorff-Pouilly. Dessen Gesellschaft MPA Handelsgesellschaft mbH soll im Jahr 2008 von Hocheggers Valora AG 21.800 Euro bekommen haben.

An die Ehefrau des damaligen ÖBB-Managers Franz Nigl zahlte Hochegger im Jahr 2007 laut "News" 21.600 Euro für "Farbberatung". Seine Frau sei als "Farbstilimageberaterin" auch für Hochegger tätig gewesen und habe "Vorträge, Seminare, Einkaufsberatung und Typberatung" durchgeführt, die Rechnung beziehe sich auf einen Zeitraum von ungefähr eineinhalb Jahren, so Nigl. "Die Tätigkeit meiner Frau hatte nichts mit meinem ÖBB-Job zu tun", beteuert er. Nigl war zur selben Zeit Geschäftsführer der ÖBB Dienstleistungs GmbH, die laut Kundensaldenliste allein 2007 über 575.000 Euro an die Agentur Hochegger.Com gezahlt hat. Er habe lediglich Leistungen aus einem Rahmenvertrag der ÖBB mit Hochegger abgerufen, so Nigl.

Der frühere Infrastruktur- und Verkehrsminister Mathias Reichhold hat nach seinem Ausscheiden aus der Regierung offenbar mehr Geld von Hochegger erhalten als bisher bekannt. Zusätzlich zu den bereits berichteten 72.000 Euro im Jahr 2005 habe Reichhold im Jahr 2006 die Summe von 10.012,50 Euro erhalten, schreibt das Magazin. Reichhold selber hatte erklärt, die 72.000 Euro habe er nicht für Telekom-Beratung, wie auf Hocheggers "Lieferantenliste" angeführt, erhalten, sondern er habe den Berater Hochegger zum Thema EU-Präsidentschaft beraten und seine Kontakte zur Verfügung gestellt.

Ex-Telekom-Vorstand Rudolf Fischer, der selber seine Beteiligung an der Kursmanipulation für Manager-Boni gegenüber der Justiz gestanden hat, verteidigt sich in einem Interview mit "News": Der Einsatz von Hochegger als Lobbyist habe der Telekom "Millionen gebracht". Jene 16 Projekte mit einem Volumen von rund 9 Millionen Euro, für die die Telekom keine dokumentierte Gegenleistung gefunden hat, bezeichnet der frühere Telekom-Festnetzvorstand als "teilweise sehr erfolgreich".