Erstellt am 02. Juni 2011, 15:11

Neue Hausdurchsuchungen zu Eurofighter-Beschaffung. Die Causa Eurofighter ist juristisch noch nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Wien hat vor kurzem Hausdurchsuchungen bei drei Beschuldigten durchgeführt.

Die Causa Eurofighter ist juristisch noch nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Wien hat vor kurzem Hausdurchsuchungen bei drei Beschuldigten durchgeführt. Zwei Waffenlobbyisten und ein Manager werden der Beamtenbestechung und Geldwäscherei verdächtigt. Das berichtete der Grüne-Abgeordnete Pilz am Donnerstag. Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Aussagen des Abgeordneten.

Ins Rollen gebracht wurden die neuerlichen Untersuchungen durch eine Festnahme in Italien. Dort wurde ein - wie Pilz meinte - "Briefkastenspezialist" namens Gianfranco Lande im Rahmen der Verfolgung eines Anlagebetruges verhaftet. Bei seiner Einvernahme Anfang April habe dieser über das Eurofighter-Geschäft in Österreich gesprochen. Er sagte laut Unterlagen von Pilz u.a. aus, dass über die Londoner Briefkastenfirma "Vector Aerospace", die vom Eurofighter-Hersteller EADS-Deutschland gegründet worden sein soll, 84 Mio. Euro in diverse Kanäle geflossen sind.

Pilz rechnet mit insgesamt 103,5 Mio. Euro an "dubiosen Geldern im Zusammenhang mit der Abfangjäger-Beschaffung": 84 Mio. Euro über die "Vector Aerospace", 13 Mio. über die MPA von Alfons Mensdorff-Pouilly und 6,5 Mio. über das Ehepaar Rumpold. Das entspreche fast genau dem Wert eines Eurofighters, so Pilz.

Pilz zeigte sich überzeugt, dass im Zuge der Eurofighter-Beschaffung Schmiergelder geflossen sind. Hinweise darauf, wer konkret bestochen worden sein könnte, gibt es aber nicht. Der Abgeordnete ist sich aber sicher, dass "die Causa Eurofighter geklärt wird".