Erstellt am 28. März 2012, 11:05

Neue Mittelschule: Erster Jahrgang schließt heuer ab. Im Herbst werden erstmals Absolventen von 67 Neuen Mittelschulen (NMS) in Kärnten, Oberösterreich, Steiermark, Vorarlberg und dem Burgenland in eine weiterführende Schule wechseln.

Morgen, Donnerstag, wird im Parlament die flächendeckende Umwandlung aller Hauptschulen in NMS beschlossen. Im ersten Jahrgang haben 1.927 Schüler und damit 53,2 Prozent aller Schüler (3.621) in den vierten Klassen der NMS die Reife für eine höhere Schule erworben, wie aus vorläufigen Zahlen des Unterrichtsministeriums zum Semesterschluss im Februar hervorgeht. Im Jahr davor waren es an den damaligen Hauptschulen noch 44,5 Prozent gewesen.
 
   Die Zahl der Absolventen war damals aber wesentlich geringer: 2.961 Schüler schlossen 2011 die Hauptschule ab, 1.318 von ihnen mit AHS-Reife. Mit Gründung der NMS im Schuljahr 2008/09 seien laut Unterrichtsministerium jedoch an vielen Schulen zusätzliche Klassen eröffnet worden. Beim ersten Durchgang des Modellversuchs NMS, der ab Herbst 2012 in das Regelschulwesen überführt wird und bis 2018/19 alle Hauptschulen in Österreich ersetzt, haben 30 Schulen in der Steiermark, 23 in Vorarlberg, neun im Burgenland, vier in Kärnten und eine in Oberösterreich teilgenommen. Mit dem BG/BRG Klusemannstraße in Graz war nur eine einzige AHS-Unterstufe mit dabei.
 
   Den zumindest vorläufig steigenden Anteil an Schülern, die nach der vierten NMS-Klasse in eine weiterführende Schule wechseln dürfen, bewertet das Unterrichtsministerium als "erfreulich". Am höchsten ist der Anteil im Burgenland, wo 310 Jugendliche bzw. 79,1 Prozent der NMS-Schüler AHS-Reife erreicht haben (im Jahr davor an den damaligen Hauptschulen: 56,6 Prozent). In Kärnten sind es 67,3 (2010: 50,6), in Oberösterreich 55,1 (2010: 30,7), in der Steiermark 49,5 (2010: 45,2) und in Vorarlberg 48,8 Prozent (2010: 41,4). Der Großteil von ihnen nutzt auch die Chance: 1.485 und damit rund 77 Prozent der Schüler mit AHS-Reife haben sich bis dato bereits für eine höhere Schule angemeldet.
 
   Das bei weitem beliebteste Ziel ist die berufsbildende höhere Schule (BHS): 1.047 wechseln an eine BHS, 438 an eine AHS (AHS-Oberstufe oder Oberstufenrealgymnasium, BORG). Den "vergleichsweise starken Trend" zu den BHS erklärt man sich im Büro von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) vor allem durch die ländliche Struktur wie etwa in Vorarlberg und Burgenland, "wo es einfach regional mehr BHS-Angebote gibt".
 
   Wie das Aufnahmeverhältnis zwischen Gymnasien und Mittelschulen im kommenden Jahr aussieht, kann man derzeit noch nicht für jedes Bundesland sagen, da die AHS-Meldungen erst Mitte April bei den Landesschulräten eingehen. In Vorarlberg bleibt das Verhältnis mit 25 (AHS) zu 75 Prozent (NMS) laut Landesschulrat Siegi Stemer (V) unverändert, in der Steiermark rechnet man laut "realistischen Schätzungen" mit einem Verhältnis von 40 zu 60 Prozent.