Erstellt am 02. Februar 2015, 13:35

von APA/Red

Neue Pflegefinanzierung mit einheitlichen Tarife. Seit Jahresbeginn ist im Burgenland die Finanzierung der Altenwohn- und Pflegeheime neu geregelt.

 |  NOEN, Erwin Wodicka - wodicka@aon.at
Das Land hat mit 42 Heimen eine Vereinbarung geschlossen, welche bisher unterschiedliche Tagsätze vereinheitlicht. Das neue Modell soll neben mehr Transparenz eine gerechtere Anpassung der Tagsätze bringen, erklärte Soziallandesrat Peter Rezar (SPÖ) am Montag.

Bisher habe die Verrechnung auf Kalkulationsgrundlagen und Bilanzen der Heimbetreiber beruht. Das habe über die Jahre zu einer uneinheitlichen Tarifstruktur und wenig Transparenz in der Tagsatzgestaltung geführt, erläuterte Rezar. Vom neuen Modell seien auch - noch nicht bezifferbare - Kosten dämpfende Effekte zu erwarten.

Gleiche und einheitliche Tagsätze

Die Finanzierung richte sich nun ausschließlich nach dem Bedarf der Heimbewohner gemäß ihrer Pflegestufe und dem daraus resultierenden Aufwand für die Betreiber. "Für eine Person mit einem bestimmten Betreuungsaufwand wird nun im ganzen Burgenland der gleiche und einheitliche Tagsatz bezahlt", so der Landesrat.

Zum Grundtarif von 60,52 Euro kommen im neuen System Pflegezuschläge von 64,93 Euro für die Pflegestufen eins bis 119,25 Euro in der Pflegestufe sieben. Im Ländervergleich bewege man sich damit im Mittelfeld, sagte Rezar. Die neue Regelung betreffe 42 Heime mit insgesamt 2.070 Pflegeplätzen. Seit drei Jahren gilt als Kriterium für eine Aufnahme die vierte Pflegestufe. Nicht erfasst sind zwei Heime, die Privatzahler aufnehmen.

"Klassisches Nord-Süd-Gefälle"

Anhand eines Bedarfs- und Entwicklungsplanes werde die Notwendigkeit zusätzlicher Einrichtungen festgelegt. Dabei gebe es ein "klassisches Nord-Süd-Gefälle", berichtete der Soziallandesrat: Im Bezirk Güssing habe man einen Bedarf von 100 Plätzen pro 1.000 Einwohner über 75 Jahren, im Landesdurchschnitt liege man bei 72.

Man habe derzeit in etwa den im Burgenland benötigten Bedarf an Pflegeplätzen erreicht. "Wir gehen davon aus, dass wir bis zum Jahr 2018 in etwa 200 Plätze schaffen müssen", sagte Rezar. Derzeit sei in Großpetersdorf eine Einrichtung mit 30 Pflegeplätzen im Entstehen.

Mit dem neuen Tarifmodell sei "eine für beide Seiten gute Lösung gelungen", erklärte Josef Berghofer von der ARGE der Altenwohn- und Pflegeheime im Burgenland. So könne auch ein höherer Pflegeaufwand abgegolten werden. Verglichen mit der alten Regelung gehe nun in den unteren Pflegestufen der Tagsatz zurück, während er in den höheren steige. Dies bilde die Leistungskurve besser ab. In den vergangenen Jahren hätten sich die Anforderungen im Bereich der Pflege geändert, so Berghofer. Die Menschen kämen viel später, aber dafür mit höherer Pflegestufe ins Heim.