Erstellt am 27. April 2011, 00:00

Neuer Anlauf beim Heer. KRITIK / Darabos‘ Berufsheer-Modell wird nach neuen Berechnungen noch günstiger. VP: „Sicherheitspolitisch gefährlich.“

VON BETTINA EDER

Schon im Jänner hatte es einigen Wirbel über die Heeresberechnungen von Minister Norbert Darabos gegeben. Seine angeordneten Neuberechnungen für sein favorisiertes Berufsheer-Modell hatten die 2,6 Milliarden Euro Kosten – berechnet von den Offizieren – auf 2,1 Milliarden gedrückt. Von „unrealistisch hoch angesetzten“ Zahlen der Offiziere war damals die Rede. Jetzt gibt‘s dasselbe Modell laut Berichten noch mal um 200 Millionen günstiger. Das brachte ihm den Vorwurf ein, seine Zahlen „frisiert“ zu haben.

Darabos-Sprecher: „Alles  andere wäre unseriös“

Unverständnis herrscht darüber im Ministerbüro. Darabos-Sprecher Stefan Hirsch will keine Zahlen kommentieren, verweist auf die Budgetverhandlungen diese Woche und stellt fest: „Sowohl das bestehende System, als auch das Konzept des Profiheers ist dem neuen Budgetpfad, der diese Woche beschlossen wird, angepasst worden. Alles andere wäre unseriös.“ Der Wehrsprecher des ÖVP-Parlamentsklubs Oswald Klikovits, bezeichnet das „Zahlenspiel wiederum als „sicherheitspolitisch äußerst gefährlich“: „Die Zahlen, die genannt wurden, sind nichts anderes als im Budget vorgegeben. Darabos kann sich nicht nach vorgefertigten Zahlen sein eigenes Heer zimmern. Wir sind gerade dabei, eine Sicherheitsdoktrin im Parlament zu erstellen und erst dann legen wir fest, was wir dazu brauchen.“