Erstellt am 21. September 2016, 06:05

von Wolfgang Millendorfer, Bettina Eder und Alexandra Gollubics-Prath

Wirbel im Jagdverband. Landesrätin Dunst und „ARGE Zukunft Jagd“ starten „Paradigmenwechsel“. Rund um den Jagdverband gibt es Diskussionen.

Debatte um die Jagd im Burgenland. Agrarlandesrätin Verena Dunst. Foto: BVZ  |  BVZ

Nach langer Vorgeschichte präsentierten Agrarlandesrätin Verena Dunst (SPÖ) und Siegfried Fleischacker als Vorsitzender der „ARGE Zukunft Jagd“ nun das neue Jagdgesetz, das im Herbst im Landtag beschlossen werden soll. Politisch gehen bereits jetzt die Wogen hoch: Die Opposition kritisiert, dass sie in die Erstellung des Gesetzes nicht eingebunden gewesen sei.

Landesrätin Dunst hingegen erinnert daran, dass alle aufgerufen waren, Vorschläge einzubringen: „Und jetzt gibt es dazu das Begutachtungsverfahren.“

„Keine Auflösung des Jagdverbandes“

Debatte um die Jagd im Burgenland. Arbeitsgruppen-Leiter Siegfried Fleischacker. Foto: BVZ  |  BVZ

Im Hintergrund gibt es jedoch auch Aufruhr in der Jägerschaft. Zum einen werden im neuen Gesetz heikle Bereiche wie die Frage des Wildschadens oder der Gatterjagd neu geregelt. Zum anderen war auch von einer möglichen Auflösung des Jagdverbandes in der bislang bekannten Form zu hören.

Dieser werde weiterhin bestehen bleiben, betont Dunst ebenso wie Siegfried Fleischacker gegenüber der BVZ. Die Rolle des Verbandes habe, so Fleischacker, mit dem neuen Gesetz „nichts zu tun“, aber: „Wenn 2017 planmäßig die Wahlen im Jagdverband stattfinden, wird es – anders als bisher – mehr als eine Liste geben.“

Durch diese „Nutzung der demokratischen Möglichkeiten“ seien in den Gremien Änderungen möglich; mit den aktuellen Gegebenheiten seien nicht alle zufrieden, so Fleischacker.

Mehr als 1.000 Seiten an Stellungnahmen

Debatte um die Jagd im Burgenland. Landes-Jägermeister Peter Prieler. Foto: BVZ  |  BVZ

Der amtierende Jäger-Chef Peter Prieler will wieder zur Wahl antreten, wie er im BVZ-Gespräch versichert: „Ich bin mit Leidenschaft Jäger und Landes-Jägermeister.“ Zum Jagdgesetz meint Prieler: „Ich nehme zur Kenntnis, dass es eine Präsentation ohne uns gab. Uns liegt schriftlich nur ein Entwurf vom Juni vor.“ Besonders ärgert die Interessensvertreter, dass sie die Details erst nach der Pressekonferenz präsentiert bekamen.

Die „Entrümpelung“ des Gesetzes hat sich jedenfalls schwieriger als erwartet gestaltet. Das räumt man auch im Büro von Landesrätin Dunst ein. So wurden knapp 150 Paragraphen überarbeitet.

Mehr als 1.000 Seiten an Stellungnahmen seien eingegangen. „Das Gesetz bringt aus unserer Sicht einen echten Paradigmenwechsel“, so Dunst. „Alle haben sich dazu bekannt, dass die Hege des Wildes im Vordergrund steht.“