Erstellt am 21. Oktober 2010, 09:38

Neuwahl des Ortschefs. NACH WAHLBETRUG / Willi Heißenberger legt sein Bürgermeisteramt mit 31. Oktober zurück. Nächstes Jahr wird neu gewählt.

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VON MICHAELA TANZLER

Unterrabnitz-Schwendgraben wird Anfang nächsten Jahres einen neuen Bürgermeister wählen. Der amtierende Ortschef Willi Heißenberger (ÖVP) wird per 31. Oktober zurücktreten. Heißenberger hatte zuvor vor der Korruptionsstaatsanwaltschaft gestanden, im Zuge der Landtagswahl 13 Wahlkarten manipuliert zu haben. „Ich habe den Termin so festgelegt, dass ich in der Gemeinde alles in geordnete Bahnen lenken kann“, so Heißenberger, der alle politischen Funktionen zurückgelegt hat. Seine Funktionen in den Vereinen werden - „wenn gewünscht“ - unverändert bleiben.

Die Geschicke der Gemeinde wird ab 1. November interimistisch Vizebürgermeister Johann Steinriegler (SPÖ) lenken. Ob er danach zur Bürgermeister-Wahl antreten wird, sei eine Entscheidung der Fraktion. „Zur Verfügung stelle ich mich“, so Steinriegler. Er hält die baldige Einberufung einer Gemeinderatssitzung für nötig, da nach dem Ausscheiden von Heißenberger nicht nur ein Mitglied im Gemeinderat, sondern auch im Gemeindevorstand fehlt.

Hier muss es eine Nachbesetzung durch die ÖVP geben, die viele Entscheidungen zu fällen und deshalb laufend Sitzungen hat. „Es gibt noch kein fixes Szenario. Wir überlegen mehrere Varianten. Und es gibt auch mehrere Kandidaten“, sagt ÖVP-Ortsparteiobmann Josef Sturm. Die örtliche ÖVP war zuletzt von anderen Parteien heftig kritisiert worden, weil sie sich einstimmig hinter Heißenberger gestellt hatte. „Natürlich stehen wir hinter ihm. Eine böse Tat wird nicht hundert gute beiseite schieben können. Wir schließen uns klipp und klar nicht der Hinrichtung an, die hier passiert. Was nicht heißt, dass wir die Tat gutheißen, aber wir sehen auch das Gute, das er getan hat“, sagt Sturm.
Für die ÖVP-Landespartei ist ein Parteiausschluss Heißenbergers derzeit kein Thema. „Der Rücktritt war die richtige Entscheidung des Willi Heißenberger, der damit zu seiner persönlichen Verantwortung steht“, sagt Landesparteichef Franz Steindl. „Jetzt geht es darum, rasch die Briefwahl zu verbessern.“