Erstellt am 07. Dezember 2010, 12:27

Niessl für Ausbau der Neuen Mittelschule. Mehr Neue Mittelschulen (NMS) wünscht sich Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl: Die NMS sei auch "die richtige Antwort darauf, wenn die PISA-Studie nicht so ausfällt, wie wir uns das wünschen", so Niessl.

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"Die gemeinsame Schule der Sechs- bis Vierzehnjährigen, das ist unser Ziel. Und die in der PISA-Studie vorne liegen, haben das schon lange gemacht", erklärte der Landeshauptmann.

Der SPÖ-Landesvorsitzende trat erneut dafür ein, die Klassenschülerhöchstzahl von 25 zu einem Pflichtwert zu machen. Gleichfalls gefordert würden mehr ganztägige Betreuungsformen in den Schulen und ein Ausbau der Kindergartenpflicht vor allem bei jenen, "bei denen es Defizite gibt."

Niessl wiederholte seinen Standpunkt, die Frage der Administration der Lehrer - durch die Länder oder den Bund - sei "ein Nebenthema. Das Hauptthema ist, die Qualität der Bildung zu verbessern." Um dies zu erreichen, solle man mehr neue Mittelschulen ermöglichen. Es gebe im Burgenland und in anderen Ländern unter den Hauptschulen "sehr viele Interessenten", die NMS werden wollten.

Er denke, dass man jeder Schule, wo eine qualifizierte Mehrheit dafür eintrete, dies auch ermöglichen solle. Dann solle die Qualität der Neuen Mittelschule überprüft werden. "Ich gehe davon aus, dass sie deutlich besser ist", meinte Niessl. "Und dann soll man die gemeinsame Schule der Sechs- bis Vierzehnjährigen flächendeckend einführen. Das ist das Ziel, und ich hoffe, dass sich die ÖVP sich in diesem Bereich bewegt."

Als weitere Schwerpunkte der SPÖ Burgenland für die politische Arbeit im Jahr 2011 nannte Niessl eine Attraktivierung des Wirtschaftsstandortes sowie das Bestreben, dass jeder Jugendliche einen Arbeits-, Ausbildungs- oder Studienplatz bekomme. In den zwölf Lehrwerkstätten gebe es noch freie Plätze. "Wir wollen uns im Jahr 2011 in Richtung Vollbeschäftigung entwickeln", formulierte Niessl ein weiteres Hauptziel der Sozialdemokraten.

Niessl für Ende der Sperrklausel bei Neuer Mittelschule
Weitere plädierte Landeshauptmann Hans Niessl für ein Ende der Beschränkungen bei der Einrichtung von Neuen Mittelschulen. "Die Zehn-Prozent-Sperrklausel sollte angesichts der aktuellen PISA-Ergebnisse aufgehoben werden", erklärte Niessl am Dienstag in einer Aussendung. In Anbetracht der für Österreich negativen Ergebnisse der PISA-Studie müsse es "eine gemeinsame Kraftanstrengung geben", damit das heimische Bildungswesen wieder ins internationale Spitzenfeld vorrücken könne und Defizite in einzelnen Bereichen abgebaut werden könnten.

"Es gibt nichts zu beschönigen, die Lage ist ernst", meinte Niessl. Der "bereits eingeleitete Reformkurs" im Bereich der Bildung müsse konsequent fortgeführt werden. Ein wichtiger Schritt sei auch die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl auf 25, die in Burgenlands Volks- und Hauptschulen bereits als Pflichtwert festgelegt worden sei.

Der Modellversuch Neue Mittelschule werde im Burgenland bereits an 28 von 41 Standorten durchgeführt. Zehn Standorte befänden sich auf der Warteliste, so Niessl. Schulen, die als Neue Mittelschule geführt werden wollen, dürfe diese Chance nicht verweigert werden. Als weitere Schwerpunkte einer Reform nannte der Landeshauptmann eine verbesserte Frühkindpädagogik und den Ausbau der Nachmittagsbetreuung sowie von ganztägigen Schulformen.

Statt organisatorischer Fragen wie "Gesamtschule ja oder nein" müssten "die Unterrichtsqualität und die Förderung der Talente unserer Kinder Priorität haben", erklärte Bildungslandesrätin Michaela Resetar (V). Wichtig sei eine Bildungs- und Schulform "in einem Guss". Die Ergebnisse der OECD-Länder würden zeigen, dass Länder mit Gesamtschulsystem nicht generell besser abschneiden als Länder mit einem gegliedertem Schulsystem wie Österreich. Die ÖVP sei für eine Weiterentwicklung des Schulsystems, jedoch auf partnerschaftlicher Basis unter Mitbestimmung der Schulpartner.