Erstellt am 11. März 2013, 14:09

Niessl für Stopp der Agrarförderung für Großgrundbesitz. Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (S) denkt im laufenden Superwahljahr über einen Stopp der Landes-Agrarförderungen an Großgrundbesitzer nach.

Im östlichsten Bundesland bewirtschafte der Durchschnittsbauer unter 20 Hektar Fläche. Während kleine Bauern sehr wenig erhalten würden, bekämen Einzelne eine Förderung von einer Mio. Euro, sagte Niessl am Montag vor Journalisten in Eisenstadt.

"Wir überlegen und werden das auch sehr genau prüfen, ob und wie es möglich ist, dass der Großgrundbesitz überhaupt keine Förderungen mehr im Burgenland bekommt", erklärte er.

Die derzeitige Situation beinhalte nicht die Verteilungsgerechtigkeit, die sich die SPÖ vorstelle. "Dort, wo das Land Burgenland zuständig ist, dort bin ich der Meinung und der Überzeugung, dass es gerade, was den Großgrundbesitz ab 300 Hektar (Eigenbesitz, Anm.) anlangt, gar keine Förderungen mehr geben muss", so der Landeshauptmann.

Ziel könne es in Zukunft nur sein, die kleinstrukturierte Landwirtschaft zu unterstützen und den Großgrundbesitz und die Agrarindustrie nicht mehr zu fördern. "Die Großen werden immer größer, die Kleinen werden immer weniger, das ist eine verfehlte Agrarpolitik", stellte Niessl fest. Soziale- und Verteilungsgerechtigkeit dürfe nicht vor der Landwirtschaft halt machen: "Im Gegenteil, dort sind massive Maßnahmen zu setzen."

Wenn "Große" immer mehr würden und die "Kleinen" wegsterben und aufgeben müssten, "dann zeigt das, das Fairness in der Landwirtschaft meistens nicht gegeben ist", sagte SP-Landesgeschäftsführer Robert Hergovich.