Erstellt am 25. Juni 2015, 20:10

von APA/Red

Niessl für Verteilung der Asylwerber in "kleinen Einheiten". Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) spricht sich für eine "gerechte Verteilung der Asylwerber in kleinen Einheiten" aus.

Hans Niessl  |  NOEN, HELMUT FOHRINGER (APA)
An einer gerechten Verteilung über das Bundesgebiet führe ohnehin kein Weg vorbei, erklärte Niessl Donnerstagnachmittag in einer Aussendung. Als einen "Richtwert" nannte der Landeshauptmann einen Anteil von einem Prozent, also zehn Asylwerbern pro 1.000 Einwohner. FPÖ-ObmannJohann Tschürtz, der neue Koalitionspartner, hatte am Vormittag zehn Flüchtlinge pro 1.200 Einwohner als "Obergrenze" bezeichnet.

Wenige Tage nach der Angelobung der neuen Landesregierung - der Termin ist noch ungewiss - soll es im Burgenland einen "Asylgipfel" geben, kündigte Niessl an. Dabei sollen Vertreter von Caritas, Rotem Kreuz, dem Arbeiter-Samariterbund und der Diakonie sowie die Bezirkshauptleute, die Präsidenten des Gemeindevertreterverbandes und des Gemeindebundes und der Flüchtlingsbeauftragte des Landes eine "koordinierte Vorgangsweise für die nächsten Wochen und Monate" erarbeiten.

"Damit sollen Massenquartiere im Burgenland verhindert und mit den Gemeindevertretern Lösungen für die Unterbringung in kleinen Einheiten gefunden werden", erklärte Niessl, der wie Tschürtz die Ansicht vertrat, dass die Asylfrage nur auf europäischer Ebene gelöst werden könne. Es sei "ein untragbarer Zustand", dass zehn EU-Länder 90 Prozent der Asylwerber aufnehmen, so der Landeshauptmann.