Erstellt am 31. Mai 2015, 15:36

von APA Red

Niessl: Partystimmung ist etwas anderes. Im Roten Haus, der Parteizentrale der burgenländischen SPÖ in Eisenstadt, waren am Sonntagnachmittag lange Gesichter zu sehen.

Frauenkirchen: LH Hans Niessl (S) mit Hund Rico und Gattin Christine  |  NOEN, APA/Roland Schlager
Spitzenkandidat und Landeshauptmann Hans Niessl räumte im APA-Gespräch auch selbst ein: "Partystimmung ist etwas anderes. Mit dem Ergebnis habe ich tatsächlich nicht gerechnet. Aber man muss das Wahlergebnis so nehmen, wie es ist", so Niessl.

"FPÖ wird bei uns weiter die schwächste in Österreich sein"

Dass man laut Hochrechnung nun unter 44 Prozent sei, habe seine Gründe, und diese "gehören analysiert und die konkrete Politik darauf ausgerichtet. Ich glaube, man muss diese Sorgen, diese Ängste, die die Menschen haben, ernst nehmen und eine entsprechende Politik machen", sagte der Landeschef der SPÖ.

"Ich glaube, wir haben natürlich die richtigen Themen angesprochen, weil die Sorge um den Arbeitslatz, steigende Arbeitslosigkeit eine berechtigte ist", so Niessl. "Jetzt müssen wir schauen, dass wir für die neue Periode, eben diese Probleme, Sorgen der Menschen, auch am Arbeitsplatz, in der Wirtschaft, entsprechend berücksichtigen."

Hätte man andere Themen angesprochen, "würde es so sein, wie in der Steiermark. Bei uns wird die FPÖ weiterhin die schwächste in Österreich sein, obwohl sie zulegen. In der Steiermark ist das ganz dramatisch."

"Strukturierte Vorgangsweise" nun für die nächsten Tage

Nach der Wahl werde man am Montag um 9 Uhr wieder im Büro sein, Landesparteipräsidium sowie Landesparteivorstand haben und analysieren, "ob meine Analyse die richtige ist, die ich jetzt spontan treffe. Vielleicht gibt es da auch noch Zusätze und Änderungen. Aber vom Grundsatz her werden wir das schon morgen genau analysieren. Wir werden unser Verhandlungsteam nominieren und morgen geht schon wieder die Arbeit weiter", sagte Niessl.

Für die nächsten Tage gebe es "eine strukturierte Vorgangsweise. Es gibt zunächst erstens die Analyse, die wird morgen schon stattfinden". Zweiter Punkt sei die Schwerpunktsetzung, also die Eckpunkte für Koalitionsverhandlungen bzw. Sondierungsgespräche.

"Der dritte Punkt sind dann die Koalitionsverhandlungen, wo man über Ressortaufteilungen spricht, wo man dann über Personen spricht. Aber Punkt 1 und 2 ist mal abzuabreiten und zwar möglichst rasch, um in Sondierungsgespräche eintreten zu können und in weiterer Folge auch um in Koalitionsverhandlungen eintreten zu wollen." Laut Niessl "müssen" die beiden ersten Punkte "in den ersten 14 Tagen umgesetzt werden."